Karl Heinz Grasser - Zu schön für diese Welt und bald auch Hitparadenstar ?

Was ist der Unterschied zwischen Schüssels Vorzeigesteuersünder Karl Heinz Grasser und Oscar Wildes Dorian Gray ? Der britische Paradedandy bereut kurz vor seinem schrecklichen Ende (obwohl er es nicht aufhalten konnte). Grasser dagegen setzt sich – vor 660.000 (!) Zuschauern - in die ORF-Diskussionssendung „Im Zentrum“ und liest dort einen (vermutlich satirisch gemeinten) Brief einer Verehrerin vor. „Er sei für die abscheuliche Neidgesellschaft zu jung als Finanzminister gewesen, zu intelligent, zu gut ausgebildet, aus zu wohlhabendem Haus, zu schön und auch noch mit einer schönen und reichen Frau verheiratet.“ Abgesehen vom mehr als fraglichen Wahrheitsgehalt dieser Aussagen – das Publikum brach in Gelächter aus, PR-Profi Rosam schlug die Hände zusammen, und Mephisto verzichtete auf die Heimholung Grassers ins Höllenfeuer, diese grenzenlose Unschuld des besten Finanzministers aller Zeiten hat sogar den Teufel überzeugt.

 

Take That werden sich am 12. Februar bei „Wetten, dass...“ anstrengen müssen, um die Popularitätsquote des Karl Heinz zu übertreffen. Fiona und KHG jetsetten zwischen Kitz, Capri und Roy Liechtenstein, die Grasser-Movies-Filmplakate überschwemmen das Internet, die Kabarettisten Scheuba/Palfrader/Maurer lesen vor übervollem Wiener Audi Max aus den weltberühmten Meischberger-Grasser-Telefonprotokollen.

 

Meischi weiß aber trotz Youtube-Massenkonsum noch immer nicht, „wo sein Leistung woa“. Eine lächerliche 600.000-Euro-Provision aus einem Nordbergstraßen-Projekt (O-Ton: „Wo ist des eigentlich“) vergisst der einfache Tiroler Tankstellenpächter und KHG-Berufstrauzeuge eben, wenn er schon zuvor 10 Millionen Euro Honorar aus dem durch Finanzminister Grasser initiierten BUWOG-Verkauf kassiert hat.

 

Stellt sich die Frage, ob die Staatsanwaltschaft, die durch die „Wikileaks“-ähnlichen Veröffentlichungen unter medialen und öffentlichen Druck geraten ist, auch unter Amnesie leidet. Denn die Fakten sind nicht so lustig wie die zu Lachstürmen hinreißenden Realvorlesungen aus österreichischem Verfassungsrecht. Die Grasser-Spezis Meischberger, Plech – seit 2005 Träger des Großen Ehrenzeichens für die Verdienste um die Republik Österreich (!!!!!!) und Hochegger haben durch Beratungsgeschäfte im Dunstkreis Grassers unglaubliche 50 Millionen Euro (!!!) verdient. Und diese Leute sind noch immer auf freiem Fuße, Plech sogar seit Monaten in Australien, während normale Staatsbürger längst wegen Verabredungs- und Verdunkelungsgefahr in Untersuchungshaft sitzen würden.

 

Auch beim ORF dürfte der Karl Heinz noch seine Freunderl haben, denn nicht eingeladen wurden bei der Sonntagsdiskussion progressive Grasser-Gegner wie der Aufdeckungsjournalist Florian Klenk oder der renommierte Verfassungsrechtler und Juridicum-Dekan Heinz Mayer, der das Audi Max für die Grasser-Meischi-Demontage zur Verfügung gestellt hat und für die rechtliche Absicherung („In einer Vorlesung gilt das Medienrecht nicht“) sorgte. Uninformiert auch die Diskussionsleiterin Ingrid Thurnher, denn Grassers neue Geschichten über vergessene Versteuerung von Depoterträgen in Kanada können so nicht der Wahrheit entsprechen. Unterjährige Spekulationsgewinne sind nicht steuerpflichtig, außer man tätigt Verkäufe und Käufe, und die hat Grasser laut seiner Verteidigung jahrelang nicht vorgenommen.

 

Zur Faschingszeit wünschen wir uns aber trotzdem den Karl Heinzi wieder an der Spitze – und zwar auf Platz 1 der Ö3-Hitparade. Die Kabarettisten Christoph & Lollo veröffentlichen am 25. 2. den wienerlied-artigen Kult-Song „Wann geht der Karl Heinz endlich in den Häf´n?“ Eine Facebook-Aktion soll den KHG-Reality-Hit ganz nach oben pushen. Da wird der Robbie Williams wohl wieder zum hemmungslosen Alkoholiker. Auch wenn ihn die Fiona aufs Schoßerl sitzen lässt.....

 

http://www.facebook.com/home.php#!/pages/Karl-Heinz-Christoph-Lollo-auf-Platz-1-in-die-Charts/128329833899406)

 

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