„Wir haben ein Idol – HC Strache“ – FPÖ laut neuer Umfrage mit 42 % klar stimmenstärkste Partei bei den Unter-30jährigen.

Diese Hand hier hat er geschüttelt. Zum ersten Mal bin ich ihm persönlich begegnet. Vor lauter Nervosität konnte ich kein Foto machen.“ Robbie Williams, der (noch immer) vielumjubelte Halbgott schwarmsüchtiger Teens und Twens wieder einmal in Österreich ? Nein, vermutlich hätte dieser weniger junge Leute angelockt als der im Wiener Stadtteil Erdberg aufgewachsene Shooting-Star der Young Generation, der von Burschen und Mädels gleichermaßen vergöttert wird.

 

Der Name des blauäugig-schicken Pop-Stars 2011: Heinz Christian Strache, Rap-Künstlername HC, seines Zeichens Bundesparteiobmann der FPÖ, einer Partei, die laut einer brandneuen IMAS-Umfrage von 42 % (!) der unter 30jährigen gewählt wird. Die ehemaligen Großparteien SPÖ und ÖVP kommen in dieser Altersschicht nur mehr auf 20 bzw. 12 %, auch die von Akademikern, Studenten und Kreativen präferierten Grünen müssen sich mit einer 12 %-Quote begnügen.

 

Was ist das Erfolgsrezept von HC Strache bei den Jungen ? Der eher rigid-traditionell anmutende Rot-Weiß-Rot-Fahnen-Patriotismus beim Neujahrstreffen im Vösendorfer Clubbing-Epizentrum „Pyramide“ ? Johnny Depps „Black Pearl“-Hymne als Schlachtaufruf gegen die biedere Funktionärsschicht der Altparteien ? Oder einfach das Gefühl, Teil einer Bewegung zu sein, in einer Welt, die sich um den einzelnen nicht mehr kümmert und der die Alltagssorgen der Bürger egal sind ? Manche Aussagen von HC-Fans erinnern frappant an ein gefährliches Unterrichtsexperiment der 60er mit den Schlagworten „Stärke durch Disziplin, Stärke durch Gemeinschaft, Stärke durch Aktion“ – „DIE WELLE“. Ein Lehrer gründete – mithilfe von Gruppendynamik, Corporate Identity und massentauglicher Symbolik – eine Bewegung, die unabhängig von inhaltlicher Programmatik immer mehr Anhänger fand und vor allem Außenseitern und Wohlstandsverlierern längst verlorenes Selbstbewusstsein wiedereinimpfte. Die negativen Folgen: Blinder Gehorsam, Gewalttätigkeiten gegen Andersdenkende und Radikalismus.

 

Diese Erklärung für den FPÖ-Jugend-Hype wäre aber zu billig und oberflächlich. Spektakel, Rebellismus, Frustration sind sicher in bestimmter Hinsicht Faktoren des Erfolgs der FPÖ, es sind aber auch die inhaltlichen Themen, die Strache anspricht. Die skandalös hohen (Netto)-Zahlungen an die EU (2008: 365 Millionen Euro) bzw. die finanziellen Belastungen aufgrund des Griechenlandbankrotts (EU/IWF: 110 Mrd, Ö davon 2,3 Milliarden) und der Bankenkrise (bis 100 Milliarden Euro Kreditkapital !) bei gleichzeitiger Verringerung des Einflusses und der Rechte versteht kein Normalbürger, dem (geringste) Sozialleistungen und Förderungen gekürzt werden. Dass Österreich in bestimmten Regionen ein Ausländerproblem vor allem in Bezug auf Schulausbildung, Arbeitsmarkt (Stichwort: Öffnung der Übergangsfristen für EU-Osteuropäer im Mai 2011), soziale Unterstützung und Lebensqualität hat, ist auch von Experten nicht von der Hand zu weisen. Der immer stärker werdenden Einwirkung fremder Kulturkreise mit „Ramadanisierung“, patriarchalischen Strukturen, Zwangsheiraten, Bandenkriminalität und integrationsunwilligen Parallelgesellschaften muss ein selbstbewusster, westeuropäischer Staat eherne Grenzen setzen.

 

Fälle wie der grausame Mord an dem 3jährigen Cain durch einen ausländischen, vorbestraften Frühpensionisten oder die brutalen Attacken einer Türkenclique in Salzburg gegen einen nun auf dem rechten Auge blinden Salzburger-Discobesucher (http://www.krone.at/Salzburg/Bande_pruegelt_jungen_Disco-Besucher_halb_tot-Opfer_erblindet-Story-242032) sind die traurigen, aber legitimen Promotion-Teaser einer Kampagne, die den ehemaligen Zahntechniker Heinz Christian Strache zum Bundeskanzler in Österreich machen könnten. In einer Alpenrepublik voller „grassierender“ politischer Nieten und Nehmer wäre das längst keine Überraschung mehr.

 

Ob manche iuvenilen HC-Fans dann ein blaues Wunder erleben, wenn statt der coolen Clubbing-Legende David Morales in der Pyramide stramme, mensurgeile Recken der antiquierten Burschenschafter auftanzen, ist eine andere Frage. Diesen gordischen Knoten muss der HC erst lösen, vielleicht schafft er es ja.

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