"Damoklesschwert für Automaten-Zocker" - Der neue Glücksspielgesetz-Entwurf !

 Games people play 2010. Alleine in der dunklen Nacht, Frust über die tristen Arbeitsverhältnisse, verzweifelte Suche nach der Liebe des Lebens, Langeweile und Einsamkeit in überfüllten Bars und Diskotheken, doch die Rettung ist nah. Der Lichtschein am Ende des Tunnels in Form eines Automaten-Moloches in einem Wettbüro. Der Rubel rollt und rollt - zumeist in eine Richtung. Kurzes Flackern in den Augen, ein Victory-Zeichen in einer irrealen Realität. Ein Pyrrhus-Sieg gegen die Maschine, die keinen ungeschoren davonkommen lässt. Bald kommt der bitterböse Abstieg – Schulden, überzogene Kreditrahmen, Verlust von Freundschaften und Beziehungen, Vernachlässigung der äußeren und inneren Sphäre, Sinnentleerung, als letzter Weg vor dem Overkill der Kampf gegen die Spielsucht in einer Entzugsklinik inmitten von Junkies, Alkoholikern und Verlierern der Gesellschaft. Diesen Fight kann selbst Achilles nicht gewinnen – der Spieler bleibt zeit seines Lebens ein „Glücksritter von trauriger Gestalt“. Dem österreichischen Staat dürfte dies nur recht sein, verzweifelte und zerstörte Existenzen sind leicht zu steuern und zu hypnotisieren.

 

Anders ist der Inhalt der (erst im Parlament zu beschließenden) Novelle zum Glücksspielgesetz nicht zu erklären. Der Höchsteinsatz pro Spiel soll von 50 Cent auf 10 Euro, der Maximalgewinn von 20 auf 10.000 (!!!!) Euro angehoben werden. Begründung: Durch Parallelspiele soll dies schon bisher möglich gewesen sein, illegale Transaktionen werden also de facto legalisiert. Das Geld fliesst nicht in die Suchthilfe, sondern in die Sportförderung (!!!). Die Dauer der Zockerei an einem Automaten (den man jederzeit wechseln kann) soll auf 2 Stunden dezimiert werden. Wäre gar nicht notwendig – man kann mit der neuen Regelung in 1 Stunde bereits 36.000 Euro/Stunde verlieren (10 Euro/Sekunde Spiel mal 60 mal 60) – Meinl, Stronach oder Mateschitz dürften wohl kaum hinter den Schaltzentralen des einarmigen Banditen sitzen und dort ihren Dagobert Duck-Geldspeicher verschleudern. Personen mit durchschnittlichem Vermögen können dieses aber innerhalb weniger Stunden verspielen. Ein Amoklauf eines am Boden liegenden Spielers gegen Automatendealer und Politiker erscheint nicht mehr ausgeschlossen und wäre sogar verständlich. Noch ist die Novelle nicht beschlossen, vor allem die SPÖ kann im Parlaments-Plenum den „Novomatic-hörigen“-Gesetzesantrag noch stoppen und ein rigoros Automaten-Verbot (zumindest außerhalb der Casinos) fordern. Ansonsten hat der Mensch den Kampf gegen die terminatorischen Zocker-Maschinen verloren.

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Kommentare: 1
  • #1

    u=1518463 (Montag, 22 April 2013 07:44)

    This informative article was in fact just what I had been looking for!