"Udo Proksch" - Ein Sittenbild der österreichischen Politik !

„Jetzt kommen die Proleten (Anm.: Die Sozialdemokraten) ans Ruder. Und ich biete ihnen mit dem Demel ein Ambiente, in dem sie saufen, fressen und tanzen können. Tanzen werden sie aber nach meiner Pfeife.“ Ein zynisches Zitat von Udo Proksch, dem sonderbarsten und ambivalentesten Enfant Terrible der österreichischen Nachkriegsgesellschaft. Der anerkannte Hollywood-Regisseur Robert Dornhelm verschaffte Proksch mit seiner Kinodokumentation „Out of Control“ ein seltsam anrüchiges Denkmal, setzt sich selbst allerdings den Stempel der naiven Schwachsinnigkeit auf. Interviewt werden Weggefährten, Zeitzeugen, Ehefrauen und die Titelfigur selbst. Nicht in Erscheinung allerdings tritt Hans Pretterebner, der Autor des über 380.000-mal verkauften Buches „Der Fall Lucona“. Der, der die politischen Korruptionen und kriminellen Machenschaften des ehemaligen Prokuristen der Zuckerbäckerei Demel aufgedeckt hat.

 

Udo Proksch war kein glatzköpfiger, hässlicher Frauenbeglücker, kein Event-Manager der roten Loge, kein lugneresker Gigolo, er war ein 6facher Mörder, der nach einer 10jährigen polit-medialen Vertuschung zu lebenslanger Freiheitsstrafe verurteilt wurde. Abgesehen von illegalen Waffengeschäften mit dem Osten jagte er mit Mafia-Komplizen die Lucona (die anstatt einer Urananlage mit Schrott beladen war) in die Luft, um die gigantische Versicherungssumme von 280 Millionen Schilling zu kassieren. 6 Menschen starben bei der Explosion, die ausgelöst wurde durch Zeitzünder des österreichischen Bundesheeres. Der indirekt verstrickte Verteidigungsminister Lütgendorf schoss sich eine Kugel in den Kopf, ob Selbstmord oder Mord blieb bis zuletzt unerklärt.

 

Rote Politiker aus Wien blockierten ein ganzes Jahrzehnt die Untersuchungen, darunter Ex-Innenminister Karl Blecha, der wegen Urkundenunterdrückung und Fälschung von Beweismitteln zu einer 9monatigen bedingten Freiheitsstrafe verurteilt wurde, aber heute noch immer führendes SPÖ-Parteimitglied (bei den Pensionisten ist). Im Kreuzfeuer der Kritik auch Ex-Außenminister Leopold Gratz („Whiskey Poldi“), der von der rumänischen „Securitate“ gefälschte Beweismittel für Proksch beschafft hat, der Ex-FPÖ-Justizminister Harald Ofner und diverse Oberstaatsanwälte, die allzu eifrige Untersuchungsrichter mit Phrasen wie „Ich lass sie psychiatrisieren, wenn sie weiteruntersuchen“ eingeschüchtert haben.

 

Korruptionsdrahtstelle war der „Club 45“, gelegen im Demel-Obergeschoß, über den schon Falco im „Wiener Blut“ fabuliert hat: Wiener Blut, mit Mord und Todschlag hab'n wir nix am Hut, doch sind für eine Hetz wir immer gut für dich und mich in Wien. Wir präsentieren Wien auch im Club 45 samme drin. Dort sind wir unter uns dann sehr intim Im stehen, Im fall'n, Im liegen. Dort ließ der Schwerstalkoholiker, Militärfanatatiker und Psychopath mit geladener Pistole schon einmal die Freudenmädchen aufmarschieren, im Separee lief dann der sexuelle Schmäh und auch die geheime Filmkamera. Ideales Szenario für heikle Erpressungen ? „Nein, der Udo war doch harmlos.“ Sagen ehemalige Zeitgenossen wie der verklärte Filmregisseur Dornhelm, Krone-Adabei Schliesser oder Ex-Gattin Pluhar. Sic est, so harmlos wie der Prostituiertenmörder Jack Unterweger, den die heimische Polit-Schickeria sogar in Kremser Schulen zwecks „Fegefeuer“-Lesungen gesandt hat.

 

„Österreich hat die Neigung, auf Scharlatane hereinzufallen“, so der Standard-Kolumnist Hans Rauscher und meinte im Club 2 u. a. den besten und schönsten Finanzminister aller Zeiten, KHG Grasser. Der aktuell mit seinen Amigos Meischberger, Plech & Co. aufgrund der BUWOG-Affäre medial und strafrechtlich zerpflückt wird. Der Krug geht so lange bis zum Brunnen, bis er bricht. Auch Udo Proksch hat es letztendlich erwischt, er starb an den Folgen einer Herztransplantation hinter schwedischen Gardinen. Auch das niederösterreichische Wahlvolk wird (hoffentlich) eines Tages diversen feudalen Ersatzkaisern die Rechnung präsentieren, zumindest 1 Milliarde Spekulationsgeld sollte da schon rausschauen. Mindestens.

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