Faschingsdienstag in Krems - "Auf den Kuhstall gekommen" !

Der Name „Carneval“ kommt vom lateinischen „carne vale“ und heißt wörtlich übersetzt „Fleisch lebe wohl“. Diese Bezeichnung kam mit dem Christentum auf und bedeutete die letzte Fleischmahlzeit vor der Fastenzeit. Das letzte Essen, sogar die Henkersmahlzeit vor der Hinrichtung, sollte allerdings schmecken und keinen Brechreiz auslösen. In diesem Sinne hätte man auf die Pfarrplatz-Faschingsdienstag-Party leicht verzichten können oder wäre vorzeitig in Hungerstreik getreten. Und schuld daran war nicht der Bossa Nova (ein cooler deutscher Schlager aus den 60ern), sondern ein berüchtigter Kuhstall-Apres Ski-DJ namens Marco Mzee.

 

Und keiner (von den Organisatoren der Kaufmannschaft) kann sich darauf ausreden, er hätte von dessen dumpfem Idiotenschlager-Programm nichts gewusst. Man braucht nur auf die Homepage der Apres-Ski-Hütte aus Ischgl gehen (http://www.kuhstall.at/) und dort auf „Film ab“ klicken. Dann erdröhnt der Proletenhammer „Hey, wir wollen die Eisbären sehen“ inmitten berauschter und besoffener Skiurlauber. Noch ärger als sein Schlagerrepertoire rund um Ötzi, Frauenarzt, Tim „Döner“ Toupet & Co. sind allerdings dessen mit unerträglicher Lautstärke eingesetzten „MC“-Einlagen: „Wo seid ihr“, „Wo sind die Hände ?“, "Zicke Zacke",....... Unterstützt wurde er „musikalisch“ von dem Kremser Schlagermethusalem namens „DJ“ Hugo, der daran schuld ist, dass der Star Night Club neuerdings immer Freitag stattfindet, ist er doch „Resident-DJ“ der Rentner-Fox-Parties im GCL Hangar jeden Donnerstag und Samstag. Die kolportierte Gage um die 1.000 Euro könnten die beiden Schlagerheinis übrigens als Schmerzensgeld an die armen Gastronomen spenden, die nicht nur die brutale Eiseskälte aushalten mussten, sondern auch ungeschützt dem Teutonengebrüll ausgeliefert waren.

 

Abgesehen vom musikalischen Supergau tummelten sich Dienstag nachmittags und abends tausende maskierte und nicht-maskierte Kremser auf den Straßen. Als beste Maske wurde die Boutique Manera prämiert – für die coole Idee der „Krems´ next Topmodels“. Die Erste Bank verkleidete sich als „Panzerknacker“, der einzige Tag des Jahres, wo eine Bank den Kunden das Geld brachial und nicht subtil aus den Taschen zieht. „Die Glatzen“ kamen marketingstrategisch perfekt mit dem glatzköpfigem Gastronomen Harry Schindlegger. Sexy die „Gooseflesh“-Ladies von der Tanzschule Caterino (http://www.gooseflesh.at/).  Als Fußbälle verkleidet die Burschen vom Cashpoint.

 

Weiters gesichtet im Umzugsreigen Wikinger, Scheichs, Polizisten und Strafgefangene, Doppler Doper, die Paintballer (leider ohne HC Strache) und last, but not least, das am Schluss schon sehr wackelige Gefährt von Und Lounge, Marquee und Fun Project mit einem stimmlich übermotivierten Alex Lengauer am Mikrofon. Mit dabei auch der Audi von Marquee-Inhaber Hannes Zwirner. Der machte mit einem Werbeformular Angst vor einem Preisgewinn, einem Fallschirmsprung. Damit nächstes Jahr die Party auch am Pfarrplatz ein musikalischer Hit wird, sollte man zwei gewissen Herren einen Sprung spendieren, allerdings ohne Schirm. Die Spotlight- oder Star Night Club-DJ´s springen dafür ein.

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Kommentare: 1
  • #1

    TOM (Donnerstag, 18 Februar 2010 23:22)

    Geiler Satz zum Schluss, hätte man net besser treffn können!!!