Zurück in der Spießigkeit - Dominic Heinzl "chil(l)t" im ORF !

Treffpunkt Ö3 - die Kult-Sendung der 80er mit Starmoderatoren wie Udo Huber, Thommy Aigner, Eberhard Forcher, Angelika Lang oder eben Dominic Heinzl. Der Hollabrunner Weinbauernbub mit Eighties-Popperfrisur und Ex-Schülerzeitungsredakteur, der wegen einer aufgedeckten Liebesaffäre zweier Lehrer von der Schule geschmissen wurde, konzipierte - per "Learning by doing" - schon Anfang 20 spannende Musik-Reportagen auf Ö3, als der Sender noch hörenswert war, machte Die Ärzte, Roxette und Thomas Forstner (sic est !) in Österreich populär und brachte in der "Kuschelecke" die Mädchen zum Schwärmen und Träumen. Auch die damalige Austro-Pop-Queen und heutige Schlagersängerin Simone Stelzer, die lange Zeit seine Freundin war. In den 90ern wurde er Nachfolger von Udo Huber bei den "Großen 10", moderierte das coole Musikmagazin "X-Large" und im Radio das Gesellschaftsmagazin "Small Talk", bis er wegen Querelen rund um sein mäßig erfolgreiches Energy-Drink-Produkt "Die Blaue Sau" in Misskredit kam und den Sender verlassen musste.

 

Ö3 wurde (durch das Formatprogramm-System) langweilig und spießig, das wurde Dominic Heinzl nie. Er moderierte und produzierte - mit seiner Firma Chili.TV - seit 1997 auf ATV (vormals W 1) das Society-Magazin "Hi Society" - lässig, cool und mit der "Lust, die Menschen bloßzustellen" (Christian Rainer, Profil). Die´s meistens auch verdient haben bzw. von Dominic Heinzl als (rampensäuige) "Geschäftspartner" behandelt werden. "Hi Society" erreicht (verdientermaßen) Top-Einschaltquoten, Heinzl, der seine Journalistenprofession als "Steckenpferd" und nicht als "Arbeit" bezeichnet, wird 2008 zum Journalisten des Jahres gewählt, 2009 erhält er die Romy als "Beliebtester Moderator" und setzt sich dabei u. a. gegen ZIB-Anchorman Armin Wolf und Sportreporter Rainer Pariasek durch.

 

Nun kehrt er zum ORF zurück, ins öffentlich-rechtliche Fernsehen, das geprägt ist von Rundfunkgebühren, Parteigünstlingen und Studienabbrechern. Und von Spießigkeit. Heinzl ist Udo Jürgens-Fan, liebt das wunderschöne "Ich war noch niemals in New York" und wünscht sich, dass die Österreicher unkonventioneller werden. Und wird selber konventionell. Die Sendung wird in einem sündteuren Studio abgedreht - ausreichend wäre die elitäre Und-Lounge.

 

Das Magazin wurde zeitlich schlecht positioniert - 19 Uhr als Alternative zum rustikalen Landeshauptmann TV (aka "Bundesland heute") wäre noch vertretbar, die Konkurrenz zur hochaktuellen ZIB ist untragbar. Dazu die Zweiteilung (weil aufgrund gesetzlicher Restriktionen die Unterbrecherwerbung verboten ist). In "Backstage" (19.20.), einem "Seitenblicke"-Klon, wo bei der 1. Sendung quasi als Selbstbeweihräucherung über die Einstandsparty Heinzls berichtet wrde, mit den üblichen Verdächtigen wie Elmayer, Chmelar & Co. und dem erschreckend unschlagfertigen ORF-Chef Alexander Wrabetz.

 

Nach der Werbung dann um 19.35 Start von "Chili" - in HD-Auflösung mit dem pseudorebellischen Schmäh "Es muss beim Moderator gespart werden. Täglich Alfons Haider - wer soll das zahlen ?" Dem Superpraktikanten-Lover Josef Pröll erstellt die Astrologin Helga Kuhn ein Jahreshoroskop und sorgt für den Brüller des Abends: "Schönheit ist er keine". Röter läuft nur der Faymann an, der sich aber erst gar nicht ins Millionenstudio der Argentinierstraße traut. Dann ein zahmer Bericht von einem Female Promi-Skispringen am Kulm (mit Ex-Schnupfer Goldberger und Ex-Missen). Beim "Avatar" ist Heinzl auf meiner Wellenlinie, er findet den Plot einfach gestrickt und trifft damit den Nagel auf den Kopf. "Früher hat man rudelgepudert, jetzt gibt´s Gruppenkochen" - so macht man Werbung für die neue CD der EAV, deren Lieblingsclip "Ein Furz geht um die Welt" dann auf Sendung geht. Die "fleischgewordene Peinlichkeit" Richard Lugner (oder meinte Heinzl damit das Boxenluder Katie Price, die per Anwalt sich vor den Opernball-Avancen Richies wehrt) darf dann - nach einer kurzen Rathausvisite bei Häupl, Gusi und Beatrix von Holland - 44 Sekunden ins Telefon keuchen.

 

Das Abschluss-Statement Heinzls: "Bleiben Sie scharf und bei Chili". Meines lautet: "Lieber Dominic, mach ne Weltreise (die dein Lebenstraum ist), und Come Back - aber nicht beim ORF. Dort hast du nichts verloren, außer den Verlust deiner Schärfe."

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 1
  • #1

    Jeremiah (Samstag, 21 Juli 2012 19:41)

    My spouse and I stumbled over here coming from a different web page and thought I may as well check things out. I like what I see so now i�m following you. Look forward to looking at your web page for a second time.