Prozesstag 1 - Attacke auf Szene-Fotograf in Lerchenfeld !

"Das ist Lerchenfeld. Bei uns sind viele kriminell. Ich war auch kein Guter. Ich hab eingebrochen, gestohlen, gerauft." - so der 19jährige Kevin im Kurier-Interview 1 Tag nach dem verhängnisvollen Einbruch seines 14jährigen Bruders im Merkur-Markt Lerchenfeld, der von einem Polizisten auf der Flucht - in vermutlicher Putativnotwehr - erschossen wurde.

 

Einige Stunden nach diesem Interview schlägt Kevin den bekannten Szenefotografen Philipp Thaller mit 30 Faustschlägen brutal nieder. Die Folge: Bruch der linken Augenhöhle und Gefahr von Dauerschäden. Donnerstag vormittag versammelten sich die Beteiligten - unter Anwesenheit diverser Medien (wie Puls 4, ORF und NÖN) im Landesgericht Krems unter der Leitung von Richter Dr. Gerhard Wittmann. Ohne Gefühlsregung und mit Suburban Poker Face der Angeklagte. Der Fotograf solle ihm 24 Stunden zuvor zweimal ausgelacht haben (während er gleichzeitig das ATV-Team verprügeln wollte). Als er bei der Gedenkstätte seines Bruders kniete, hätte ihm der Fotograf auf die Schulter geklopft und gegrüßt. Da sei er ausgezuckt.

 

Gegenteiliger Meinung Philipp Thaller - er habe am Vortag Fotos für die Event- und News-Homepage www.fotokultur.at gemacht und hätte den Angeklagten, den er von diversen Clubbings flüchtig kannte, keinesfalls provoziert. Auch die Version des Sachverhalts stimme überhaupt nicht - Kevin sei nicht vor dem Supermarkt gekniet, sondern habe von der anderen Seite kommend brutal und unbegründet auf ihn hingeschlagen.

 

Die Anwältin von Kevin, Eva Plaz (ihres Zeichens Kollegin der als polizeifeindlich bekannten SOS-Mitmensch-Vorsitzenden und Rechtsanwältin Nadja Lorenz, die den 17jährigen Einbrecher von Lerchenfeld vertritt), meint, der wegen eines Suchtgiftdelikts vorbestrafte Angeklagte, sei geständig, man könne ihm die Tat aber nicht vorwerfen, weil er während der Tatzeit aufgrund der voyeurististischen "Schmerzen- und Tränen"-Medienhetze nicht dispositionsfähig (und somit nicht schuldfähig) gewesen sei und daher im Kontrollverlust auf die "menschliche Bestie" Thaller (so der Staatsanwalt zynisch) eingeschlagen hätte. Sie verlangt ein psychiatrisches Gutachten und die Vernehmung weiterer Zeugen, wodurch es zu einer Vertagung des Prozesses kommt.

 

Seltsam, dass der 19jährige bei 30 Faustschlägen nicht wegen "absichtlicher schwerer Körperverletzung" (§ 87 StGB), sondern nur wegen "schwerer Körperverletzung" (Freiheitsstrafe bis zu 3 Jahren) angeklagt ist bzw. über ihn nicht die Untersuchungshaft (wegen "Wiederholungsgefahr") verhängt wurde. Noch seltsamer und bedenklicher für den Sicherheits- und Rechtsstaat Österreich wäre es aber, wenn jemand nach einer derartigen Attacke ungeschoren davonkommen würde. Es reicht, wenn Iustitia bei Parteifunktionären, Wirtschaftsheinis und Polit-Spezis blind ist.

 

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