D: Alkoholverbot auf öffentlichen Plätzen - Denkste !

"Krems wird zur Komasauf-Metropole" - so die Schlagzeile in der heutigen "Österreich"-NÖ-Ausgabe. "Freunde der Kremser Altstadt" attestieren "maximal 5 %" der Kremser Party People (also 5 von 100 Barbesuchern) am Hohen Markt Vandalismus, Gröhlereien, Sauforgien und Verkauf von Hochprozentigem aus dem Kofferraum. Man verlangt Maßnahmen wie die Einrichtung einer sündteuren Security-Truppe oder ein Alkoholverbot auf öffentlichen Plätzen. Letzteres wurde in der deutschen Universitätsstadt Freiburg, wo ebenfalls Trinken, Tanzen, Flirten auf dem exzessiven Nightlife-Programm stehen, vom VwGH Mannheim als unzulässig erklärt.

 

"Für einen See wird auch kein Badeverbot erlassen, weil Nichtschwimmer darin ertrunken sind" - so die Richter. Eine selbst geringfügige Freiheitseinschränkung durch eine Verordnung sei nur dann erlaubt, wenn typischerweise von jedem Normadressaten auch eine Gefahr ausgeht." Da nicht jeder Alkoholkonsument randaliert oder herumlärmt, verstoße ein Alkoholverbot gegen die Grundrechte. Eingebracht wurde die Klage vom politisch engagierten "Arbeitskreis kritischer Juristen".

 

Also Obacht, liebe Regionalpolitiker, Biedermänner und Altstadtdenkmalpfleger. Auch in der Donaumetropole Krems gibt es genügend Studenten und Opinion Leader, die sich - 80 Jahre nach der Prohibition - nicht bevormunden lassen wollen. Einbruchsdiebstähle, Banküberfälle, Schlägereien, Vergewaltigungen - das sind die Problembereiche, um die man sich kümmern sollte. Und nicht Kids den harmlosen Party-Rausch zu verbieten.

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