Phänomen Strache - Buch von ORF-Moderatorin Reiterer sorgt für Aufregung !

"Ich glaube, eine Wiedervereinigung wird es erst geben, wenn der Strache oder ich nicht mehr sind" - so Jörg Haider 8 Tage vor seinem Tod in einem persönlichen Gespräch mit der ORF-Moderatorin Claudia Reiterer und der Falter-Journalistin Nina Horaczek. Und nicht der einzige Aufreger im hochspannenden, nicht autorisierten HC-Strache Buch "Sein Aufstieg. Seine Hintermänner. Seine Feinde".

 

40 Personen aus dem politischen und persönlichen Umkreis des umstritten schillernden FPÖ-Bundesparteiobmann aus Wien-Landstraße wurden von den Neo-Autoren befragt, das Resultat ein Mosaik seiner Lebensgeschichte, die gleichzeitig "Lerngeschichte" ist. Aufgewachsen ohne Vater und im Internat mit Spitznamen "Bumsti", rechts beeinflusst durch seltsame Kebab-Gerüchte in der City Wiens, gelernter Zahntechniker mit Studienberechtigungsprüfung, Anfang 20 begeisterter Gotcha-Player im Tarnanzug. Damals war auf einer "Paintball-Übung" auch VAPO- und Kameradschaft Langenlois-Führer Gottfried Küssel ("Mein Ziel ist die Zulassung der NSDAP als Wahlpartei"), später zu 5 Jahren Gefängnis wegen Wiederbetätigung verurteilt, anwesend - der war ihm aber nicht geheuer, und so sei er heimgefahren.

 

Idol, nicht so sehr Ziehvater, seiner politischen Karriere wurde Jörg Haider, den er 2005 nach der FPÖ-BZÖ-Spaltung beerbte. Die Wortwahl der rechtsnationalen Partei wurde ausgeklügelter ("inländerfreundlich" statt "ausländerfeindlich"), die Wahlerfolge nach dem Overkill in Knittelfeld wieder größer. Trotz versuchter schwerer Nötigung durch Vorlage von Military-Fotos aus der Vergangenheit seitens Ewald Stadler erreichte Strache als Spitzenkandidat bei der vorverlegten Nationalratswahl 2008 17,5 % der Stimmen und damit wieder den dritten Platz.

 

Laut einer neuen Wahlumfrage ist Straches FPÖ bei den 16-29jährigen mit 31 % stärkste Partei, klar vor den rot-schwarzen Proporzparteien, die bei nur 18 % herumgrundeln. Auch bei den EU-Wahlen und vor allem bei den Wiener Gemeinderatswahlen wird Strache weiter zulegen - die Young Generation findet den Feschak, mit den stahlblauen Augen und den knallharten (inhaltlich nicht unrichtigen) Sprüchen, cool & straight, im Gegensatz zu Faymann, Pröll & Co., die in der Disco wie "Außerirdische" wirken. Man würde HC den Success viel mehr gönnen, würde er sich von ewiggestrigen, nationalen Recken und Burschenschaftern eindeutig abgrenzen. Derzeit scheint dies aber eher unrealistisch.

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