Facebook - The End of Communication ?

In England wurde eine 16jährige von ihrem Arbeitgeber fristlos entlassen, weil sie ihren Job als "langweilig" bezeichnete. Fußballstar Alessandro del Piero wird mit Nazi-Propaganda in Verbindung gebracht. Chelsy Davy trennte sich von Prince Harry, indem sie ihren Beziehungsstatus auf "Single" änderte. Na und ? Sind doch alles ganz normale Gossip-Stories, die man jeden Tag in der "Bild" oder in der "Sun" zu lesen bekommt. Allerdings mit einem gewaltigen Unterschied - die Ursache dieser Klatschgeschichten stammt nicht aus dem Real Life, sondern aus der Virtual Reality, nämlich aus dem populärsten sozialen Netzwerk "Facebook". Unemployed wegen einer harmlosen Message auf der Pinwand, Nazi-Sympathisant wegen eines gefälschten Profils und ein Liebes-Aus nicht nach einem heftigen Streit oder einem persönlichen SMS (das wäre ja altmodisch), nein - durch einen einfachen Mausklick auf "Single".

 

Is this the world we created ? Führt die technisch grenzenlos gewordene Kommunikation auf unserer Weltkugel zu einer persönlichen Kokonisierung in einem klebrigen, virtuellen Spinnennetz, aus dem es kein Entrinnen mehr gibt ? Gruscheln (das Wort ist übrigens patentrechtlich geschützt) statt Kuscheln, Vortäuschen falscher Tatsachen als Imagetestosteron, scheinbarer Austausch von scheinbar echten, persönlichen Befindlichkeiten in Echtzeit, brutale "Wer hat mehr Kontakte"-Competitions, einsame Plauderstunden online statt feucht-fröhliche Bar-Hours offline !

 

Für Marketing-Directors, Event-Planners und Product Managers mögen Facebook und seine Epigonen (wie StudVz) eine Goldgrube per excellence sein, für Privates dagegen ist es das Ende zwischenmenschlicher Kommunikation. Zumindest für die, die mit einer derartigen Communication-Overdose nicht umgehen können. Ich denke, das sind nicht wenige.

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