NO SMOKING IN THE BAR SCENE ?

Cafe Toria-Inhaberin Victoria Gruber hat es einfach - ihr Lokal hat nur 30m2 Grundfläche, und daher kann sie selbst entscheiden, ob sie ihr Lokal als Raucher- oder Nichtraucherlokal führt. Bei 80 % Rauchern unter den Stammgästen eine leichte Entscheidung.

 

Schwieriger dagegen die rechtliche Lage bei Lokalen über 50 m2 - XO-Bar & Neu-Q-Stall-Chef Armin Oswald hat beim Magistrat bereits einen Umbauantrag angemeldet. Für die tatsächliche Durchführung der baulichen Trennung zwischen Raucher- und Nichtraucherbereich allerdings bleibt noch Zeit bis 30. Juni 2010, an dem der Umbau abgeschlossen sein muss.

 

Die Novelle zum österreichischen Tabakgesetz, die seit 1.1. 2009 in Kraft ist, gehört wohl zu den größten juristischen Reinfällen aller Zeiten. Das Primärziel des Nichtraucherschutzes wurde durch zahlreiche Ausnahmebestimmungen und lange Übergangsfristen in der Gastronomie verwässert, es drohen horrende Umbaukosten aufgrund der verpflichtenden baulichen Trennung zwischen Raucher- und Nichtraucherbereich und aufgrund ungleicher rechtlicher Verhältnisse der Lokalgrößen Wettbewerbsverzerrungen.

 

Vorbild des neuen Tabakgesetzes war übrigens Spanien, dort ersticken die kleinen Lokale, die leider auch in Österreich Raucherepizentrum bleiben, im Qualm. In Italien dagegen, wo ein generelles Rauchverbot in der Gastronomie durchgesetzt wurde, haben 20 % der Italiener zu rauchen aufgehört und gehen lieber fein essen. Für die Subkultur der Raucher gibt es Wärmelampen und gemütliche Tische im Freien.

 

Letzter Hoffnungsschimmer für eine raucherfreie Szene ist die EU, die bezüglich des Arbeitnehmerschutzes die Kompetenz für die Einführung eines vollkommenen Rauchverbotes an öffentlichen Orten hat. Im Frühjahr gibt es zu diesem Thema bereits eine Sitzung. Die Hoffnung stirbt zuletzt.

 

 

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