SILVESTER IN KREMS - Parties ohne Zukunft

Silvester 2008, Madrid. Auf dem Puerta del Sol mitten in der Hauptstadt Spaniens, dort wo sich der Kilometerstein Null der spanischen Nationalstraßen befindet, versammelt sich die Szene Madrid, um das Jahr 2009 mit einer speziellen Tradition zu begrüßen - Zu jedem der 12. Glockenschläge der Stadtuhr wird eine Weintraube verzehrt, das bedeutet Glück im Leben und in der Liebe, Geld und Gesundheit für das nächste Jahr.

 

In Krems hat man zwar Geld für ein sündteures Bürgermeisterbüro, externe Agenturen und Berater oder horrende Kunsthalle-Subventionen, aber keineswegs für eine coole Silvester-Party am Hauptplatz (wie St. Pölten, Horn, Raabs, Gmünd,....). Tom Snow spielt vor nur wenigen House-Fans im Peripherie-Gewerbepark, in der Und-Lounge residiert der Star Night Club, die Innenstadt selbst als Scheinbar-Epizentrum des Jahreswechsels gleicht einem Hochsicherheitstrakt, wo Türsteher die Lokale, deren Personal und deren Party People vor betrunkenen Rowdies und Proleten aus dem Teenageralter schützen müssen. Und das leider zu Recht.

 

Nahezu in jeder Bar ruinieren meist minderjährige Randalierer und Stänkerer aus der Unterschicht die Dance Night-Atmosphere, Scherben glirren, Cut-Verletzungen bei Raufereien, lautstarke Gröhlereien, überall Schwerstbetrunkene und Unzurechnungsfähige zwischen Hohem Markt und Landstraße. Im Westend von San Antonio, dem britischen Suff-Paradies Ibizas, kann es nicht ärger sein.

 

Schuld an dieser Silvester-Misere in der Kremser City sind allerdings auch die, die der Party fernbleiben. Jene, die in der Fondue-Brühe im trauten Heim untergehen, sensationsgeil auf Lugners "Lulu"-Eskapaden warten, Mundls Silvesterrausch als Höhepunkt des Jahres glorifizieren oder der unerträglichen Nightlife-Philosophie "Über 20 gehen wir nimmer fort" verfallen sind.

 

Wären die auch auf der Piste und gäbe es coole Event-Parties in der Stadt mit Gästeliste und 60:40 Frauen/Männer-Anteil (und nicht nur "business as usual" in den Bars plus Glühweinberauschung), dann könnte man sich auch in der Donaumetropole auf Silvester freuen. Andererseits - ein Flugticket nach Madrid kostet auch nicht die Welt.

 

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Gerald (Sonntag, 22 Juli 2012 14:07)

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