Djane Martina Kaiser @ Und-Lounge Krems !

Crazy, sexy, cool - mit verführerischem, rotem Kleid und langem, wallendem Haar präsentierte sich Djane Martina Kaiser bei ihrem ersten Auftritt in der Und Lounge. Mit im Gepäck die heißesten Club House-Hits des letzten Jahres von David Guetta, Black Eyed Peas bis hin zu Axwell oder Javi Mula, die sofort bei Beginn ihres Sets (ungewohnt) für volle Tanzflächen, ausgelassene Stimmung und schmachtende Blicke der männlichen Disco-Papagalli in Richtung von Österreichs Number 1-Djane sorgten.

 

Und dass obwohl die gebürtige Scheibbserin eigentlich nicht aus dem DJ-Underground stammt, sondern in den 90ern bei Ö3 Karriere gemacht hat, als Moderatorin (neben Dominic Heinzl oder Udo Huber) des Treffpunkt Ö3 und der Austria Top 40. Am 1. Jänner 2002 quittierte sie - nach dreijähriger Präsentation der ORF-Austria Top 40 - freiwillig den Dienst und widmete sich ganz ihrer Gesangskarriere, die sie in den 90er Jahren schon zu Charts-Ehren ("Sunday Girl" als Philomenas Garden) und im New Millennium in die Berliner Electro-House- und R&B-Szene führte. Seit 2006 ist Martina Kaiser - nach nur zweimonatigem Training - als DJane in mehr als 25 Staaten unterwegs, gilt als österreichisches Aushängeschild der "God is a Djane"-Tour und wurde u.a. gemeinsam mit Porno-Superstar und Topless-Djane Nikki Belucci in sexy Posen fürs Maxim und das FHM abgelichtet.

 

2009 spielte sie beim Monaco Grand Prix Opening auf der Luxusyacht "Indian Empress" (mit Gästen wie Prince Albert, Schürzenjäger Flavio Briatore, Bernie Ecclestone oder Ex-Virgin-Boss Richard Branson) und veröffentlichte gemeinsam mit renommierten Producern wie Roxmaker, Callea und Richard Grey die House-Scheibe "Seduce me", die prompt die Miami-Music-Charts enterte (http://www.myspace.com/martinakaiser).

 

Seduction - das ist überhaupt das Motto for all the Djanes of the World, egal ob sie jetzt Martina Kaiser, Sarah Main, 2 Elements oder Miss Mine heißen. Letztere widmet sich im Jahr 2010 nicht nur ihrem treibenden Hardtrance-Style, sondern - mit neuem Artist-Name - auch dem Trance und House. Vielleicht sieht man sie auch bald in der Und Lounge.

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Johnny Rockers @ Und-Lounge !

"Wenn die Sonne der Kultur niedrig steht, werfen selbst Zwerge einen Schatten." - Ein Zitat von Karl Kraus, das auch auf Party- und Apres Ski-Musikanten angewendet werden kann. Dass man coole Stimmung und Tempo Fiesta-Atmosphäre auch ohne Niveaulosigkeit anbieten kann, bewiesen am 23. Dezember die Johnny Rockers aus Linz im House- und Partyepizentrum Und-Lounge.

 

In 3 40-Minuten Sets, unterbrochen durch House-, Rock- und Discosound von DJ Oliver, präsentierten Christian Germ, Marcus Reiter und Markus Rockenschaub einen kunterbunten Party-Hit-Mix durch alle Genres, sodass auch abgebrühte Szene-Ladies und unterkühlte Nightlife-Genossen den Dancefloor stürmten. Auf der Playlist u.a. der Opener Summer of 69, Fairytales gone bad, der kultige Song 2 der Indie-Helden Blur, Sweet home Alabama, Narcotic, I want you to want me und Robbies (schwierig zu singendes) "Angels", aber auch Stimmungshits der deutschen Szene wie "Lass uns schmutzig Liebe machen", "Macho Macho", "Fürstenfeld" oder das Anti-Nazi-Epos "Schrei nach Liebe".

 

Und auch ein ambivalenter Schlager feierte Premiere in der Und-Lounge, das "Fliegerlied", das wohl nach diesem Abend wieder unter das stillschweigende DJ-Boykott fallen wird. Ebenso wie "Last Christmas", die letzte Zugabe der Johnny Rockers, die zu Silvester in der berüchtigten Flachauer Apres Ski-Bar Dampfkessel für einen feucht-fröhlichen Jahreswechsel sorgen werden. Party on ! 

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Ü-30-Party mit Ö3-Kultmoderator Eberhart Forcher !

Ursprünglich Lehrer wanderte der gebürtige Lienzer am Tag seiner Pragmatisierung nach Amerika aus und konvertierte zum Punk. Wieder zurück in Österreich gründete er die Band "Tom Pettings Hertzattacken", die in der Hochblüte der Neuen Deutschen Welle mit "Endlich im Radio" und "Bis zum Himalaya" sogar 2 Chart-Hits hatte. Auf Ö3 war der verbalintellektuelle Musikkenner neben Dominic Heinzl, Udo Huber und Angelika Lang Star-Moderator im Treffpunkt Ö3 und im Nachtexpress und kreierte die Comedy-Sendung "Radio Ga Ga". Als DJ war er in der Kult-Disco U 4 tätig und bei diversen "Ö3-Disco Infernos" in wohlselektierten Clubs Österreichs wie dem "Gig" in Velden am Wörthersee. Sein Name: Eberhard Forcher.

 

Samstag abend war Forcher zu Gast bei Martin Negers "Ü 30-Party" in der Österreichhalle. Das Motto: "No Kids - No Techno", und so fanden sich on the Dancefloor keine Krocha, Drum´n´Bass-Freaks oder Goa-Trancer, sondern großteils Party People, die in den 70ern und 80ern ihre Teenagerjahre erlebten. Die die "Bravo" lasen, für die Abba-Girls schwärmten, als Kiss-Epigonen die Faschingsumzüge belebten und sich bei "Self Control" oder "Summer of ´69" im Party-Keller zum erstenmal verliebten. Den musikalischen Soundtrack zu dieser Zeit lieferte Forcher mit einem moderationsunterstützten, rasanten Stil-Mix aus Blues Brothers-Rock´n´Roll, Raritäten wie "Play the funky Music", Superhits (wie "I was made for loving you", "Major Tom", "Rock DJ" oder "Billie Jean") und Dancefloor-Perlen der 90er (wie Snaps "The Power", "Ice Ice Baby" oder "How Gee").  Dazu "If you can't give me love honey that ain't enough. Let me go look for somebody else" - Suzi Quatros melancholisches Meisterwerk als musikalische Erinnerung an die erste Jugendliebe.

 

Einziges Manko: Das Event hätte sich mehr Besucher verdient. Vielleicht könnte man ja Forcher bei einem der nächsten "Spotlight"-Events engagieren. Bis dahin kann man seine Favourite Tracks im Radio genießen - in "Solid Gold" (jeden Sonntag 19.00-22.00) und in "Forcher´s Friday Music Club" (jeden Freitag 22.00-0.00).  

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Fashion Night @ Und-Lounge !

Michael Ammers Modelnights zählen zu den Party-Highlights der deutschen Clubbing-Szene. Hamburgs Partymacher Nr. 1 treibt sich auch immer öfter in der Alpenrepublik herum, kürzlich in Wiens neuem Club-Mekka "The Box" im renommierten Hilton-Hotel. Dort, wo auch der Kremser Qualitäts-Shop "Perkee Luxury", angesiedelt in der Göglstraße, kürzlich eine Modeschau veranstaltete.

 

Grund genug auch in der Donaumetropole Krems eine Fashion Night zu initiieren. Die Location: Alex Lengauers Und Lounge. Und so präsentierten 1 Woche vor Weihnachten - nach einem Begrüßungsachterl vom Weingut Huber - junge Models von der Modeschule Krems in Krems elitärstem Club-Treff die Qualitätsmarken von Perkee Luxury (Cassida, Barbour, Miss Sixty, Joop)  Als "Catwalk" ein roter Teppich und umringt von Szene-People, Party-Fotografen und der euphorischen Nightlife-Crowd, die nach der Mode-Show noch bis 5 Uhr früh zum Uplifting-House- und Party-Sound von DJ Oliver abtanzte.

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"Tour of the Universe" - Depeche Mode live in der Wiener Stadthalle!

Gegründet 1980 in der Nähe von London, benannt nach einem französischen Modemagazin, 12 Studio-Alben, mehr als 100 Millionen verkaufte Platten, dazwischen ein Leben auf der Überholspur zwischen Genie und Wahnsinn, auf dem schmalen Grat zwischen Exzess und Todessehnsucht. Depeche Mode, die Synthi-Götter der 80er und Groß-Meister des schwermütigen Electro-Pop, beehrten im Rahmen ihrer weltweiten "Tour of the Universe 2009" nun auch die Wiener Stadthalle. Und das auf weiten Strecken beeindruckend, begeisternd und lasziv-betörend mit einem Schuss Subtilität.

 

Sänger David Gahan, 1996 nach einer Heroinüberdosis für 2 Minuten klinisch tot und 2009 aufgrund eines Blasentumors kurzfristig außer Gefecht, zeigte sich bei seinem Wien-Auftritt in Bestform. Sein Markenzeichen, das Herumwirbeln des Mikro-Ständers um seine eigene Achse, lässt auch die 13.900 anwesenden Depechies rotieren. Da nimmt man ihm die modischen Fauxpas (Gilet über antiquierten Tätowierungen) nicht krumm. Im Glitzeroutfit Main-Songwriter und Keyboarder Martin Gore, der sich das Trinken abgewöhnt hat. Leider aber das Singen angewöhnt - dessen Vocal-Darbietungen zählten zu den wenigen Schwachpunkten der 110 Minuten langen Show. Stoisch im Hintergrund Andy Fletcher, einer der Gründungsmitglieder der Band. Seit 1997 dabei Österreichs Beitrag zur Band, der exzellente Schlagzeuger Christian Eigner.

 

Seltsam langsam beginnt die Depeche Mode-Show - "In Chains" aus dem neuen Album scheint nicht nur die Botschaft des Openers, sondern auch Hemmungsschuh der Elektro-Protagonisten zu sein. Schallbombastisch Depeche Mode neuester Mega-Hit "Wrong", tribal-minimalistisch "Hole to feed". Sound aus dem neuen Millennium, der die nostalgisch-verklärte Audience noch nicht aus der Reserve lockt. Das besorgt als erster Konzert-Kracher "A Question of Time". Ein All-Time-Klassiker aus ihrem 80er-Kult-Album "Black Celebration". Und ein Wendepunkt in ihrer Karriere. Seit dem dazu abgedrehten Video-Clip 1986 ist der niederländische Filmregisseur und Fotograf Anton Corbijn (auch Regisseur der faszinierenden Joy Division-Ian Curtis-Hommage "Control") als Art Director mit von der Partie. Er ist auch verantwortlich für das sensationelle Bühnenbild und die brillante Light-Show der aktuellen Konzerttournee: Hypermoderne "Morphing"-Techniques (bei denen ein Bild in ein anderes durch Einsatz von zusätzlich gezielten Verzerrungen übergeführt wird), eine überdimensionale Glitzerkugel mit Face-Projektionen, ein riesiger LED-Screen mit Shadow-Effects, gruseligen Raben, Luftballonen und den Depeche Mode-Members als futuristischen Astronauten. Eine antike Schreibmaschine tippte - zum Song "It´s no good" - in riesigen Lettern Daniel Ladinskys Meisterpoem "I have learned" auf den Video-Screen: "I have learned so much from God. That I can no longer call myself a Christian, a Hindu, a Muslim, A Buddhist, a Jew. The Truth has shared so much of itself with me. That I can no longer call myself a man, a woman, an angel or even pure soul." 

 

Eine Botschaft zum Nachdenken, die im nostalgischen Retro-Pleonasmus der 2. Konzerthälfte (nicht unüberraschend) untergeht: "I feel you", "In your Room", "Behind the Wheel", das auch von Rammstein gecoverte "Stripped" fesseln alle Altersschichten zwischen 16 und 50. Tränen in den Augen der Eighties-Generation aufgrund der Trauer über die längst vergangene Jugend bei "Never let me down again", einst Ende der 80er Morning-Hymne der gestrandeten Nachtschwärmer im Ex-"Tube" (dessen neuer Pächter Mario Fürst gemeinsam mit der Kremser DJ-Ikone Lorenz van Dürnstein dem Live-Spektakel beiwohnte). "Words are very unnecessary" - Gahan durfte schweigen, die Fans sorgten für den Gesang. Absolutes Gänsehaut-Feeling beim größten Hit der Band, "Enjoy the Silence", aus dem 90er-Meisterwerk "Violator". Dieses gilt bei Hardcore-Fans als letztes echtes Depeche Mode-Album. Die Vergangenheit kann man aber nicht zurückdrehen, auch ein "Personal Jesus" nicht. Nach dem Final-Song des sensationellen (Retro)-Konzerts von Depeche Mode (das leider ohne die Frühperlen "People are People", "Just can´t enough", "Master and Servant" und "Strange Love" vonstatten ging), kann man sich da nicht mehr so sicher sein - denn manchmal ist auch die Zukunft die Vergangenheit.

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Eisfußball-Turnier @ Krems

Stefan Raab hat den Eisfußball durch seine Show "Schlag den Raab" und das Pro 7-Großevent "Deutscher Eisfußball Pokal 2009" bekanntgemacht, bei dem der Anarcho-Comedian sogar als Mannschaftsführer des FC Köln - trotz schlechter Erfahrungen auf dem Eis - das glatte Ice-Parkett betrat. Wird die neue Trendsportart nun auch in Krems salonfähig ?

 

Im Rahmen einer Charity-Aktion fand am Sonntag auf dem Kremser Eislaufplatz das 1. Eisfußballturnier statt. Mit dabei 15 Mannschaften, darunter das Magistrat der Stadt Krems, der Star Night Club, der GCL Hangar, der KSC Krems, das Casino Baden, die Designers in Motion (mit Leading Lady Ines) und die XO Bar-Lounge. Während bei den gastronomischen Betrieben zumeist die Resident-Barkeeper nach einer anstrengenden Nightlife-Woche "geschont" wurden, auch der Herr Alex Lengauer "nur" den Motivator mimte, stellte sich Organisator Armin Oswald der eiskalten Herausforderung. Er hat allerdings schon Schlimmeres heil überstanden, das Rammstein-Konzert letzte Woche.

 

Gespielt wird beim Eisfußball in geschützter Eishockey-Montur, allerdings mit normalen Laufschuhen, bei denen man auch ohne Glühweinberauschung zwar nicht gesellschaftlich, aber physisch leicht das Gleichgewicht verlieren kann. Es gelten die offiziellen Fußballregeln, allerdings mit einigen Modifikationen. So darf der Ball auch durch den "Torwart" nicht mit der Hand berührt werden. Der "Einwurf" bei Seiten-Out erfolgt ebenfalls per Fuß. Es gibt kein Abseits, gespielt wird über eine Spielzeit von 5 Minuten ohne Halbzeit, wobei bei Spielunterbrechungen die Zeit angehalten wird.

 

Einziges Manko des unterhaltsamen Events, das ziemlich sicher eine Fortsetzung erleben wird: die spärliche, schlechte Moderation des Sprechers - keine Infos über die Teams, keine Erklärung des Modus, keine Nennung der Torschützen, die Musikeinspielungen unkoordiniert und nicht durchgehend. Da muss man sich wohl beim Beachvolley-Ball etwas abgucken.

 

Sieger wurde übrigens im Finale - per Strafstoßschießen - das IMC Krems, 2. die Brau-Union mit robustem Support vom Toni Zöhrer.

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Party-Freitag @ Krems

"Warum Ausgehen ? In Krems ist doch nichts los" behaupten manche mieselsüchtige Zeitgenossen und haben in dieser Hinsicht meistens unrecht. Erstens ist man selbst auch für seinen eigenen Spaß und seine eigene Lebenslust verantwortlich, und zweitens werden zuletzt in Krems gehäuft top-besuchte Clubbings (mit über 1000 Gästen) für die Nachtschwärmer angeboten. So auch diesen Freitag.

 

In der Innenstadt gastierten 4 Top-House-DJ´s (Mike Lorenz, Sonic Seven, Armando Estate, Le Beau) in Armin Oswalds Bars und im Marquee - die "Green Mile" wurde supported von Heineken.

 

Der Star Night Club feierte im GCL Hangar sein 9. Jubiläum. Seinen Ursprung hatte Alex Lengauers und Bettina Pemmers Clubbing-Serie übrigens in der Gartenbauschule Langenlois - Konfettiregen, Akrobaten, Feuerschlucker und einen derartigen Besucherandrang gab es damals aber noch nicht so wie in der gestrigen Anniversary Night. Erstmals wurde der Star Night Club österreichweit auf Krone Hit Radio übertragen, was sicherlich für weitere Frequenz bei den nächsten Clubbings sorgen wird. 

 

Minimal Techno statt Mainstream House im Tube bis in die frühen Morgenstunden - On the Turntables FM4-Ikone Patrick Pulsinger und der Wiener Vinyl-Jongleur Trickster. Sound, wie er im Berliner Tresor oder in den Pariser Katakomben nicht elitärer transportiert werden könnte. We want more !

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Doors Experience in der Szene Wien

Jim Morrison, skandalumwitterter Sänger der Doors, starb am 3. Juli 1971 in Paris im Alter von nur 27 Jahren. Offizielle Todesursache: Herzversagen. Eine Obduktion wurde nie vorgenommen. Seitdem gilt der Friedhof Pere Lachaise in Paris als Pilgerstätte von Doors-Fans aus aller Welt. Auch der zeitlose, poetische Psychedelic Rock der 1965 am Strand von Venice Beach gegründeten Band blieb unvergessen.

 

Seit dem Jahre 2001 zollt auch eine Kremser Band dem Erbe von Jim Morrison & The Doors Tribut: "The Doors Experience". Im Rahmen ihrer Europa-Tour 2009, die sie auch nach Stuttgart, Zagreb oder Zürich führt, gastierten sie auch in der österreichischen Bundeshauptstadt, in der Szene Wien. Im Mittelpunkt der Show stand natürlich Sänger und Frontmann Jason "Jim" Boiler, die perfekte Reinkarnation des "Lizard Kings". Dies nicht nur äußerlich mit schwarzer Lederhose und Lockenkopf, sondern auch in Gestik, Mimik und Stimme. Mit seinen (Indianer)-Tanzparaden, dem für Jim Morrison charakteristischen Niederkauern bei Instrumental-Parts oder seinen statisch-verführerischen Blicken ins Publikum zog er bei dem fast dreistündigen Set auch Girls und Boys in seinen Bann, deren Eltern zur Hochblüte der Doors noch Kleinkinder oder noch nicht mal geboren waren. Die musikalisch ausgezeichnete Band stand ihm da an nichts nach, allen voran Klaus Bergmaier (aka Ray Manzarek) an Orgel und Keyboards in ekstatischer Spiel-Laune, Christoph Zauchinger (aka John Densmore) an den Drums und die Bassisten Rene Galik (aka Robby Krieger) und Jürgen Schaupp.

 

Mit dem späten "L.A. Woman" (in den 90ern gecovert von Billy Idol) begann der psychedelische Hit-Reigen, es folgten u.a. die aus dem Jahre 1927 (!) stammende Bertolt Brecht-Produktion "Alabama Song" (Whiskey Bar), die 1. Single "Break on through", "People are strange", "Love Street", das Van Morrison-Cover "Gloria" (aus alten "Whiskey Go Go"-Zeiten), "Touch me" oder die US-Nr. 1 "Hello I love you". Als Highlight klarerweise "The End", das über 10 Minuten lange Opus, das durch seine auf die griechische Sagengestalt Ödipus anspielenden Textzeilen "Father, I want to kill you, Mother I want to fuck you" im prüden Amerika für einen Skandal sorgte und später im Francis Ford Coppola-Film "Apokalypse now" als Intro-Song verwendet wurde. Im Zugabeteil "Riders on the Storm" (das die Original-Doors nur einmal live spielten) und das brillante "Light my Fire", der 1. Welt-Hit der Band, in gewohnter Extended Version.

 

Ein Hauch von Sixties-Revolution und Free Love & Drugs, als während des Konzerts schon mal Haschisch-Dämpfe die Fans der Doors Experience euphorisierten. Ansonsten aber blieb es brav-harmlos in der Audience der Szene Wien - kein Stagediving, kein Widerstand gegen die Staatsgewalt nach Entblößung des Geschlechtsorgans, keine Alkohol- und Drogenexzesse auf der Bühne, und auch das Hemd von Frontmann Jason Boiler blieb an. Dem Original-Jim Morrison hätte das Konzert gefallen, wurde doch der Ex-Filmstudent oft nur auf seinen ausschweifenden Lifestyle und seine skandalösen Auftritte fixiert. Und nicht auf sein geniales Lebenswerk.

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"Party-Alarm im Gewerbepark Krems" - Fifty Fifty vs. Spotlight mit Udo Huber !

Die Disco-Lose Zeit im Gewerbepark Krems hat ein Ende. Nach der seltsamen After-Summer-Opening-Party im September, die gleichzeitig eine Closing-Party war, wurde das "neue" Fifty-Fifty im Rahmen eines "Grand Openings" am 23. Oktober eröffnet. Äußerlich hat sich im ehemaligen "G" mit Ausnahme einiger zusätzlicher Couches neben der Tanzfläche kaum etwas verändert. Neu sind die Betreiber, die oberösterreichischen Disco-Zampanos Klaus und Walter Reisinger und Reinhold und Christian Klinglmair, die im Nachbar-Bundesland gleich 5 Clubs (KKDU in Vöcklabruck, Fifty Fifty in Wels, Bel seit Mitte der 50er in Weibern, die Sommerbar Isola Bella in Wels und die Watergate Clubbings im Wasserschloss Aistersheim) erfolgreich führen.

 

Professionalität, Kreativität und zielgruppenadäquates Marketing darf man auch in der Donaumetropole erwarten, leicht wird es trotzdem nicht werden, die Massen auf Dauer zu begeistern. Der ehemalige "Platzhirsch" nennt sich nun "Gaudi", es läuft - in einer urbanen Studentenstadt wie Krems - schon lästig gewordener Schlager von Carpendale, Ibo und Henning, und das nicht in einer rustikalen Almhüttenatmosphäre, sondern inmitten von schicken Designerbars. Im elitären 1. Obergeschoß, dem "Bel", mixte ein sympathischer schwarzafrikanischer DJ Classics wie "How Gee" mit housigen Bob Sinclar-Beats, nach 2 Uhr allerdings schon spärlich besucht. Der Main-Room mit massenkompatibler House&R&B-Chartsware von DJ Davidoff, Go Go´s, Sax Players und Bar Dancing People dagegen war steckend voll mit jungem, fast zu jungem Teenagervolk, die ältere Ü 20-Dancefloor-Freaks eher in Alex Lengauers Und Lounge locken werden. Dort wo zwar "Kids" von MGMT läuft, aber keine "Kids" mit Caps, Turnschuhen und Krocha-Shirts herumlaufen.

 

Facebook-Gutscheine, Menstrip, Prosecco-Gratis für die Ladies (Achtung Gleichbehandlungsgesetz !), Schlagerbissen, Getränkeaktionen und Themenparties werden aber zumindest in den nächsten Monaten viele flirt- und tanzsüchtige Nachtschwärmer in das Fifty Fifty-Areal locken. Vielleicht auch mit dem neuen Shuttle Bus des Clubs, den man zu günstigen Preisen an den Öffnungstagen unter der Nummer 0664/88523900 reservieren kann. Eine Top-Innovation in der "Öffi-Verkehrs"-Wüste Krems.

 

"Oh, ooh, let´s all chant" (von der Michael Zager Band) tönt es seit einigen Wochen aus der Nokia-"Comes with Music"-Werbung. Dazu ein kitschig gekleideter Breakdancer in der Tiefgarage im Rausch der Musik. Sein Name: Udo Huber, seines Zeichens "Mr. Hitparade" und Samstag Nacht Stargast bei der 21. "Spotlight"-Party im Autohaus Birngruber, nur einige hundert Meter von der neuen Disco entfernt.

 

Der "Hit Wähl Mit"-Ö3-Kultmoderator Huber hatte mit der Fernseh-Hitparade "Die Großen 10" zu ihrer Glanzzeit zwischen 1982 und 1993 sonntags um 18 Uhr mehr als eine Million Zuschauer und lockte auch als topfitter Ü-50-Masters-Schwimmstaatsmeister, Präsident des Wiener Sportklubs und ORF-Legende junge und junggebliebene Party People in die Clubbing-Arena. Die Vorverkaufstickets waren restlos ausverkauft, der kultige Eighties-Overall blieb trotzdem daheim. Stattdessen präsentierte Udo "ganz in schwarz" die Hitgiganten der 80er und 90er, per Kamera auf eine Videoleinwand projiziert. Dirty Dancing, Baywatch, Visages New Wave-Klassiker "Fade to grey", Come on Eileen, Nenas noch immer nicht geplatzte Luftballons, Martin Negers Teenageridole Kiss, Mr. Daddy Cool Bobby Farrell, Vanilla Ices Pseudo-Gangsta Rap-Hymne "Ice Ice Baby", die Ex-MAO-Stargäste Snap,.... - kongenial gemixt von DJ L. Rock, der auch in der Wiener Fledermaus bei den "Wickie Slaime & Paiper"-Clubbings für Heat on the Dancefloor sorgt, und supported by heißen Go-Go´s und coolen Shadow Dancers.

 

Um 3 Uhr früh wurde die Uhr Winterzeit-gemäß um eine Stunde zurückgedreht, für Retro-Clubbings ist die Uhr aber längst noch nicht abgelaufen. Huber düste am nächsten Tag in die "Fifty Fifty"-Partnerdisco "Bel" nach Weibern - Motto dort "Ü 31 - No Techno, No Kids". Könnte es bald in Krems auch geben. Das Kremser Original kommt aber schneller als man denkt - "Spotlight goes Cheers" noch im November. Man darf gespannt sein.

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"1 Jahr wie eine Ewigkeit" - Jörg Haider 1 Jahr tot !

Samstag, 11. Oktober 2008. Nach einer Club-Night in der Und Lounge schaltete ich um 5 Uhr früh den ORF-Teletext ein. Die unglaubliche Schlagzeile: Jörg Haider bei einem Autounfall tödlich verunglückt. Knapp danach kamen die ersten SMS von heimgekommenen Barkeeperinnen und Nachtschwärmern bzw. emsigen Frühaufstehern. Keiner konnte es glauben, dass der seit 1986 gegen Privilegien, Parteibuchwirtschaft, Postenschacher und das rot-schwarze-Politsystem kämpfende Rechtspopulist für immer von uns gegangen ist. Zu Sonnenaufgang um 6 Uhr früh startete der ORF eine dreistündige Sondersendung, während "in Kärnten die Sonne vom Himmel gefallen ist". Es folgten authentisch-bizarre Trauermonate mit verweinten Lebensmenschen, krausen Verschwörungstheorien und sonderbarem Totenkult-Polit-Marketing ("Weil sie weiß, was er wollte…wissen wir, was wir an ihr haben").

 

365 Tage danach ist der Tango der Skurrilitäten noch lang nicht zu Ende. In einem ehemaligen Nazi-Stollen wird ein Haider-Museum eröffnet - mit dem Schaukelpferd aus Babytagen, Jörgls Lieblingssakkos und Fotos vom todbringenden Phaeton. Dazu Messen, Kerzenparaden am Unfallort und seltsame Interviews "oranger Irrlichter". Und als Bonmot das sexuelle Outing eines Lovers des Ex-Polit-Popstars in der "Bild": Ein gewisser Rene (31), ein Kellner aus dem pink angehauchten Klagenfurt, behauptet, 8 Jahre lang der Liebhaber von Jörg Haider gewesen zu sein. Mit 23 (!) habe er ihn beim Villacher Kirtag kennengelernt, an seinem letzten Tag hatten sie zweimal Sex, und er habe noch um 0045 kurz vor seinem 142 km/h Crash (bei 1,77 Promille im Blut, obduktionstechnisch erklärt durch Alkoholisierung über einen längeren Zeitraum oder durch starke Wodka-Shots in kurzer Zeit) mit ihm telefoniert. Der vielleicht deswegen passierte, weil Rene wegen eines Vorstellungsgespräches keine Zeit für ein Schäferstündchen hatte.

 

Wundert eigentlich keinen - der "Dorian Gray der Innenpolitik" war doch mitverantwortlich für den horriblen Aufstieg der "Buberlpartie". Seine bisexuellen Ausschweifungen stören aber - außer seiner Familie (vermutlich nicht mal der) auch niemanden, haben sogar einen innovativen Bohemian-Chic (siehe Wowereit, Westerwelle). Dass er korrupt agierende IQ-Kapazunder wie Meischberger, Rumpold oder Westenthaler (der sogar das Goldene Verdienstzeichen der Republik Österreich bekam), den "schönsten Finanzminister aller Zeiten" und diverse ewigggestrige Burschenschafter zu höheren beruflichen und finanziellen Ehren verhalf, dafür umso mehr.

 

Der ehemalige FPÖ-Obmann Norbert Steger, den Haider 1986 in einer Kampfabstimmung ablöste, brachte es in der ORF-Sendung "Im Zentrum" auf einen Punkt: "Haider war der größter Polit-Kommunikator aller Zeiten, Showmensch und Diva, aber kein Gruppenspieler." Er war dafür verantwortlich, dass das rot-schwarze-Zwei-Parteiensystem zerfallen ist und das dritte Lager durch berechtigte Systemkritik, harte Ausländersprüche und strategischem Polit-Marketing 27 % der Stimmen (1999) erreichte. Das, was er aufgebaut hat, hat er aber bald wieder zerstört, u. a. auch durch die Demontage gleichwertiger Polit-Partner wie Heide Schmidt, Norbert Gugerbauer oder Susanne Riess-Passer.

 

Die Buberln sind ihm stets geblieben. Was auch geblieben ist: Die eklige Parteibuchwirtschaft vor allem in Niederösterreich - siehe ORF, IMC, Landeskrankenhaus St. Pölten (wo sogar Köchinnen und Bettenfahrer ein schwarzes Parteibuch brauchen),....  Ob diese sein legitimer Erbe, HC Strache, beseitigen kann, ist mehr als fraglich. Schicke Sunglasses als Schutz vor oranger Blendung wird er allerdings nur in den mondänen House-Clubs dieser Welt brauchen. Der "BZÖ"-Treppenwitz wird bald Geschichte sein. Das wissen (un)bewusst auch deren Protagonisten. Vielleicht mit Ausnahme eines "eifersüchtigen Pressesprechers".

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Red Bull Night @ GCL-Hangar Krems !

Montag ist Schontag, nicht aber im Rahmen der Red Bull Night im GCL Hangar Krems. Szene-People duellierten sich beim Pit Stop Game am Reifenwechseln, durchgeführt an einem Original Red Bull Formel 1-Boliden. Und-Lounge-Barkeeper Erol belegte den 2. Platz. Red Bull-Shooting Star Sebastian Vettel wird trotz derartiger technischer Raffinessen wohl nur mehr durch ein Wunder Formel 1-Weltmeister werden.

 

Für coole House-Beats sorgten die Vienna Calling-DJ´s Ronaldo und Tom Snow, supported by Laurinho Bandeira on the Drums. In the Mix u. a. "Kidsos" (der Remix des MGMT-Indie-Classics "Kids"), der Pacha Ibiza-Hit "La Mezcla", Axwells Electro-House-Perlen oder die Ibiza Anthems "Silence" und "Cafe del Mar". Und so waren auch die Taxifahrer glücklich, die ansonsten beim Disco-Opa-Transport zwischen Almrausch Hadersdorf, Ballegro Ravelsbach, Funfabrik Gföhl und GCL Hangar vor lauter trachtenerfüllter Schlager- und Volksmusiküberdosis bereits ernsthaft überlegten, Schmerzensgeldklagen einzuleiten. Gut so, die Gerichte haben eh genug mit Grasser, Meischberger & Co. zu tun.

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Stermann/Grissemann im Kremser Stadtsaal!

Krems ist nicht Kärnten. Trotz einiger provokanter verbaler Angriffe auf die provinzielle Donaumetropole ("Das Zurückpendeln für Studenten aus Wien muss hart sein") war das Publikum über den ersten Auftritt der ORF-Anarcho-Komiker Stermann/Grissemann im Kremser Stadtsaal begeistert. Anlass: Das Kabarett & Comedy-Festival, dessen Intendant und Moderator Günther Mokesch als "Mo" in den 80ern einige Pop-Wave-Hits wie "Send me Roses" landete.

 

Präsentiert wurde das aus dem Wiener Rabenhof bekannte Programm "Die deutsche Kochschau", das zahlreiche Grenzüberschreitungen zur deutschen Nazi-Vergangenheit im Stile von "Wollt ihr das totale Sieb" enthält. Einziges Manko: Die Top-Bonmots wie das legendäre 3:2 (5:0) Deutschlands gegen Österreich in Cordoba mit 22 Deutschen auf dem Fußballfeld oder das deutsche Telefonquiz, eingeblendet per Video-Screen, waren bereits aus den "Willkommen Österreich"-Sendungen bekannt.

 

Der Rechtsruck und die Ausländerproblematik in Österreich waren allerdings auch aktuelles Thema der schlagfertigen Comedians, die ihre "Kochschau" als "zu linksradikal für österreichische Verhältnisse" bezeichneten. Neger, "die sich selbst ausweisen müssen", menschliche Kannibalen als Lösung des Obdachlosenproblems oder die Steigerungsstufen "Mensch, Nazi, Kärntner" gehen an die Grenzen der Freiheit der Kunst. In letzterem Falle nicht nur aus purer Provokationslust. Tatsächlich wurden Christoph Grissemann und Dirk Stermann 1999 nach dem satirischen Sager "Ich glaube, wenn man Haider derzeit stoppen wollte, dann müsste man ihn erschießen" kurzfristig vom ORF suspendiert. Und 2008 sagten sie ihren Auftritt an der Universität Klagenfurt nach einer kontroversen Sendung über den Tod Jörg Haiders wegen Morddrohungen und einem Sabotageakt am Auto ihres Managers ab.

 

Im zweistündigen Programm gab es allerdings auch harmlose Späßchen über Viva-Intelligenzbestie Gülcan, schlagfertige Diskussionen mit dem Publikum, witzige Travestie-Auftritte und Sketches über die geistige Allmacht der Weinkenner. Zu langwierig die Lesung aus ihrem Buch "Debilenmilch - Auf den Spuren des Kaffeerösters Bruno A. Sauermann" (das sich "Tube"-Chef Mario Fürst als erster persönlich signieren ließ.) "Sie brauchen nicht klatschen. Wir wissen eh, dass wir gut sind" war aber durchaus Motto des Abends. Ob uns Stermann/Grissemann deren Erektionsstörungen - bedingt durch ein zu kleines Hotelzimmer - verzeihen, bleibt allerdings offen.

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ORF-2009: "Zwangs-Pay-TV" - Deluxe !

"Der ORF ist nicht zu retten", ein Freud´scher Versprecher von ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz im letzten Club 2, mit dem er (leider) den Nagel auf den Kopf trifft. 22,71 Euro Rundfunkgebühren muss ein Niederösterreicher pro Monat bezahlen, wenn er in seinem Haushalt ein ORF-empfangfähiges Sendegerät stehen hat. Abgesehen davon, dass nur 14,5 Euro dieses Betrages an den ORF wandern (während der Rest von den ländlichen Ersatzkaisern und dem Finanzminister zweckentfremdet unkontrolliert beim Fenster hinausgeschmissen wird), handelt es sich hier um "Zwangs-Pay-TV" der übelsten Sorte.

 

Das ORF 1-Programm besteht - mit Ausnahme weniger kultureller Highlights (wie der Donnerstag-Kabarett-Nacht mit Dorfer, Stermann, Grissemann & Co.) - aus einem sündteuren "Best of Privat-Fernsehen"-Sammelsurium aus CSI-US-Serien, deutschem Kitsch-Herzschmerz und Hollywood-Blockbustern, die zeitgleich gratis auf anderen Fernsehkanälen zu sehen sind. Der Staatsfunk-Fetischist wird einwenden, es gebe doch wenigstens auf ORF 2 eine europaweit anerkannte öffentlich-rechtliche Informationsschiene. Die würde es vielleicht geben, wenn sich die Politik aus dem ORF raushalten würde. "Ein Journalist darf kein Hofberichterstatter sein" - Grundmaxime im Publizistikzeitalter des 21. Jahrhunderts. Nur nicht in der verfilzten Mediensteinzeit Österreich - dort werden von den rot-schwarzen Landeshauptleuten "habituelle Sklavennaturen" (Zitat: Michael Fleischhacker, Presse-Chefredakteur) herangezüchtet,  damit diese dann "objektiv und interventionsfrei" im Sinne ihres Gönners berichten. Spielwiese dieser Kapazunder: die ORF-Landesstudios, die aufgrund ihrer geringen und zweifelhaften Produktivität (Stichwort "Pröll-Festspiele") längst ihre Legitimation verloren haben.

 

Dafür hat man - bei einem jährlichen Gebührenbudget von 500 Millionen Euro plus ca. 250 Millionen Euro Werbeetat - kein Geld für Frühstücksfernsehen (wie Cafe Puls), Reisemagazine, Szene-, Musik- oder progressive IT-New Media-Formate. Der fünfmal pro Woche um 19.45 auf Puls 4 angesetzte "Talk of Town" ist den ORF-"Runden Tischen" nicht nur in punkto Aktualität und Zeitplanung überlegen.  ATV zieht mit Silvia Saringers wöchentlicher "Am Punkt"-Sendung nach. Ob sich dann auch Werner Faymann - im Gegensatz zu den Diskussionssendungen vor der letzten Nationalratswahl - in die ATV-Studios traut ?

 

Die das lugnerisierte "Hi Society" - Auslaufmodell Dominic Heinzl Jänner 2010 Richtung ORF-Küniglberg verlassen wird. "Im Seichten kann man nicht ertrinken", zitierte einst RTL-Grande Helmut Thoma. Achtung Dominic, man kann sich aber den Kopf anhauen. Bei einem Samstag-Abend-ORF-Prime-Time-Programm mit Andy Borg, Brunner/Brunner und DJ Ötzi aber das geringste Übel.

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24 h Berlin - Ein Tag in Echtzeit !

Eine junge Lackiererin, die morgens früh in einem BMW-Werk ihrer eintönigen Arbeit nachgeht. Verzweifelte Arbeitslose beim Bewerbungstraining. Geburten im Kreissaal, Sterbefälle in der Charite. Touristen bei einer Visite des lange verborgenen Politbüro-Atombunkers nach dem Motto "Das Land wäre regiert worden, die Bürger tot". Bespitzelte DDR-Bürger auf der Suche nach Stasi-Akten und der insgeheimen Angst, dass ihre Eltern hinter der Spionage steckten. Der charmante, aber diktatorisch agierende "Bild"-Chefredakteur Kai Dieckmann auf der akribischen Suche nach Schlagzeilen und Top-Shots, bei einer täglichen Auflage von 3,3 Millionen Zeitungen darf man nichts dem Zufall überlassen. Rappende Migranten auf der Suche nach Identität und Selbstwertgefühl, jeder 4. Einwohner und jedes 2. Kind unter 15 hat keinen deutschen Background. "Krieg auf den Straßen" - derzeit noch künstlerische Utopie. "Nazis, verpisst euch" vs. "Ihr habt den Krieg verloren" dagegen schon verbale Brutalität. Ausländer raus ist aber kein Thema, sonst gibt es doch keine Döner mehr.

 

Klaus Wowereit, bekennender Homosexueller und SPD-Kanzlerhoffnung für 2013, eröffnet in seiner Funktion als Bürgermeister die virtuelle "Twinity"-Welt und trifft die regierende Bundeskanzlerin Angela Merkel. In der Nähe des Kanzleramtes setzen sich Heroin-Junkies den erlösenden Schuss, finanziert aus dem Verkauf einer Obdachlosenzeitung. "Für Heroin leben sie, und wenn kein Wunder geschieht, werden sie an Heroin sterben". 30 Jahre nach der erschütternden Lebensbeichte der Christiane F. über die "Kinder vom Bahnhof Zoo".

 

Straßenmusikerinnen singen das bezaubernde "Summertime - And The Living is easy". Hochzeitspaare zelebrieren den "Tanz der Moleküle", 50 % der Stadt sind Singles, nicht alle sind das gerne. Wozu gibt es Speed Dating ? Oder 350 Diskotheken, bei denen sich im Nightlife-Nirwana die Koordinaten des Lebens im Rausch auflösen ? Die Zeremonienmeister: Jene, die Anfang der 90er noch als "in der Ecke stehende Freaks" bezeichnet wurden, während die anderen Spaß hatten. Hochbezahlte Star-DJ´s a la Ricardo Villabos oder Paul van Dyk, der im legendären "Tresor" seinen ersten Auftritt hatte.

 

Die Zeiten haben sich nicht nur dort verändert. Jeder 7. Einwohner der Stadt ist schwul. Euphorische Eltern hoffen noch immer auf Enkel, während die Tochter ihre lesbische Freundin beim Auftritt der queeren Squeezebox-Band und der Szene-Drag Queen Gloria Viagra im Monster´s Ronson innig küsst. Die blonde Edelprostituierte Sidney aus dem Nobel-Bordell "Artemis" mit ihrem dreckigen Grinsen und arroganten Blick küsst und fickt nur den, der sie fürstlich zahlt. Sie macht alles. Altenpflege oder Windelwechseln seien ein härterer Job als ein Blow Job. Manche finden sich neu in dieser Stadt, manche gehen verloren.

 

Szenen einer europäischen Metropole, Szenen von Berlin, seit dem Fall der Mauer und der Wiedervereinigung von Ost und West wieder Hauptstadt Deutschlands. Szenen vom 5. September 2008. 750 Stunden Material wurden unter der künstlerischen Gesamtleitung von Volker Heise gedreht, 80 Drehteams, 316 Teammitglieder, 2 Jahre Vorbereitung, 1 Jahr Schnitt. Das Produkt: 24 h Berlin - ein Tag im Leben Berlins in Echtzeit. Gesendet auf Arte. Eine Fernseh-Revolution.

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Wachauer Volksfest 2009 - Die ganze Wahrheit !

Ausnahmezustand in der Donaumetropole Krems - das alle 2 Jahre stattfindende Wachauer Volksfest 2009 lädt in der letzten Augustwoche Jung und Alt in den Stadtpark, die Grüne Oase der Stadt. Die Vorzeichen standen nicht gut, haben sich wegen horrender vom Magistrat Krems verordneter Standgebühren zahlreiche renommierte Betriebe (wie der Meisterwirt, die Konditorei Hagmann oder Armin Oswalds XO-Bar-Lounge) nicht mehr an dem fröhlichen Open-Air-Treiben beteiligt. (Angebliche) 115.000 Besucher verirrten sich aber trotzdem während der 10 Tage auf das Volksfestgelände und vergaßen inmitten von schicker Beachbars, peinlicher Schlagerrustikalisierung und hipper Vergnügungskarusselle ihre Alltagssorgen, manche auch ihre Kreditverbindlichkeiten oder ihre Contenance.

 

Südländische Dolce Vita-Atmosphere erwartete die Party People an Martin Negers Caribbean Nights Bar: Coole "Sex with a Bitch"-Cocktails und der neue aus Venedig stammende Aperol-Sommerspritzer als Aphrodisiakum, dazu DJ Oliver´s Uplifting Beats aus House, Latin-Pop und Spotlight Classics als Feel-Good-Vibes für sexy Hüftbewegungen und heiße Flirts in einer noch unberechenbaren Nacht. Barcelonas Star-DJ Javi Mula (Resident-DJ im dortigen House-Club Shoko) und sein heißblütiger Electro-Track "Come on" zählte zu den Airplay-Hits der Open-Air-Bar, dazu Pitbull, "Let the Sun shine in", "The Sun is shining" und natürlich "Sexy Bitch" (und das nicht nur für jenen Party-Gast, der viel, viel später von David Guettas Mega-Hit im Whirlpool des "Splash"-Clubs erneut beschallt wurde).

 

Mit demselben Sound-Teppich ausgestattet, präsentierte sich neben Martin Negers Karibik-Bar der Weinstand von Walter Brunner, wo auch kräftig Werbung für die "Jet Set-City"-Clubbings gemacht wurde. Alexander Lengauers Star Night Club loungierte im "Weißen Zelt", daneben der Stand von Und-Lounge-Barkeeper Erol mit Summer Drinks & Steckerlfisch. Christian Gschwantners GCL-"Schatzi"-Team tanzte mit Lederhosen und deutschen Stimmungsschlagern an. Übertroffen wurden sie allerdings bei weitem durch DJ Hugos bizarre Schlagerfantasien im neuen Beisldorf - Schlümpfe, Wickie, Fliegerlieder oder "7 Detektive" ("die prüfen, wen ich liebe") sind vielleicht Standard in diversen ländlichen Tanzschuppen oder im ballermannverseuchten El-Arenal, aber ganz sicher nicht in einer Tourismus-, Bildungs- und Kulturmetropole wie Krems. Das sollte sich auch die Agentur Krems zu Herzen nehmen, die als musikalisches Rahmenprogramm Radio-NÖ-Kapazunder wie Oliver Haidt, Marlena Martinelli oder die Donauprinzen engagierten.

 

In die richtige Richtung dagegen führen Innovationen wie die in der Dominikanerkirche  abgehaltene Messe "Leben mit Stil", in der aktuelle Trends aus den Bereichen Wohnen, Einrichten und Home Entertainment (inkl. cooler Softub-Whirlpools, Stressless-Sitzmöbels und Kunstobjekten der Atelier Holzform von Thomas Lackner) vorgestellt wurden und durch die Verbindung mit Ausstellungen im Weinstadtmuseum auch der künstlerische Aspekt nicht auf der Strecke blieb. Für "Final Destination"-Horror-Feeling sorgte auf der Ringstraße das brandneue einarmige Loopingkarussell "No Limits", neu auch "Sling Shot" und "Blackout", altbewährt, aber noch immer beliebt das "Playball" und das "Magic".

 

In letzteres verirrte sich auch ein - von Securities abgeschirmter - pink kostümierter Ali G.-Verschnitt, der sich als MC Fisher outete, letztendlich aber nicht der Rap-Szene, sondern der Marke Polterabend-Schmäh zuzuordnen war. Ebenso wie die Girls im Hochzeitsoutfit, die mit "Ade Männerwelt, ich bin die Braut, die sich traut" und "Aloha Männerwelt, ich bin´s nicht" die männlichen Testosteronhormone zur Wallung brachten. Fotokultur-Party-Fotograf Philipp Thaller, nach einem Jochbeinbruch, zugefügt durch den Bruder des getöteten 14jährigen Einbrechers aus Lerchenfeld, wieder halbwegs genesen, lichtete die grell geschminkten Bella Cinderellas und frenetisch feiernden Party People der Teen- und Twen-Generation ab und erwischte auf seinen nächtlichen Streifzügen auch manche, bei denen die Werte der weiblichen Alkomat-Patrouillen jenseits der Harmlosigkeitsgrenze lagen. Im Liebesrausch gesichtet dagegen das neue Traumpärchen der DJ-Szene, Tom Snow und Dominique Jardin vom "Vienna Calling"-Team, die gemeinsam mit DJ Ronaldo und der Kremser Szene-Ikone DJ Dürnstein das Wachauer Volksfest besuchten.

 

Seit 1984 mit dabei und auch 2009 wieder mit Grillhuhn, Grillwürstl und (Cognac)-Drinks vertreten: Ex-Cafe Illy-Mastermind Michael Merkle, dem unter dem Teaser "Die Kremser Legende is back" eine Fan-Gruppe auf StudiVZ gewidmet wurde.

 

Ansonsten vermisst man einige Highlights früherer Jahrzehnte: den Blumenkorso, Auftritte internationaler Folkloregruppen, Bierzelte, Messezeitungen, spannende Fußballmatches, Konzerte aus dem Nicht-Schlager-Genre, Freistilringen, überhaupt ein durchgehendes, prickelndes Rahmenprogramm, das den Eintrittspreis auch rechtfertigt. Stattdessen schikanöse Dezibelmessungen, skandalös früh festgelegte musikalische Sperrstunden durch pragmatisierte Berufspolitiker und Verwaltungsbeamte bereits gegen Mitternacht (bei prall gefüllten Bars) aus Angst vor Wählerstimmen angeblich lärmbeeinträchtigter Anrainer und Denunzianten bzw. Zwangs-Öffnungszeiten für die Night-Bars um 11 Uhr vormittags. Und das bei kolportierten Standgebühren zwischen 50 und 100 Euro pro Quadratmeter.

 

Hier ist Änderungsbedarf bis 2011 angesagt, genauso wie beim KSC, der zu seinem 90er Jubiläum (Gründung: 24. August 1919) - nach der 1:3-Niederlage gegen Weißenkirchen (!) - am unteren Plafond seiner Existenz angekommen ist. Die Hoffnung stirbt allerdings zuletzt.

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90 Jahre KSC - Rettet den Kremser Fußball !

Am 24. August 1919 wurde der Kremser Fußballklub KSC gegründet, dieser Tage wird somit das 90. Jubiläum gefeiert. Gefeiert unter Anführungszeichen. Ein Artikel in der heutigen NÖN ziert mein Vater Helmut Plischek, Anfang der 60er Stürmer-Legende beim KSC und zweifacher Rekordtorschützenkönig. Damals spielte man noch in der Staatsliga A. Genausowie 1989-1992 - in den Euphoriejahren nach dem sensationellen Cupsieg gegen den FC Tirol (2:0-Heimsieg, 1:3-Auswärtsniederlage, Sieg aufgrund des Auswärtstors von Erwin Wolf).

 

Heute spielt der Traditionsklub in der 2. Landesliga West und verlor gestern das Derby gegen Weißenkirchen (!) im mit 700 Zuschauern überfüllten Wachaustadion mit 1:3. Das junge Discopublikum aus der Weingemeinde jubelte, ehemalige KSC-Anhänger dagegen bekamen Tränen in den Augen, wenn man sich an spannende Spiele von einst vor einer Kulisse von 5.000 Besuchern zurückerinnert.

 

Jetzt ist Handeln angesagt, der KSC darf nicht weiter im Fußball-Elend durchgereicht werden, sondern muss zurück in die Bundesliga. Mit einem Wirtschaftsnetzwerk (wie mein Vater vorschlägt), einer modernen PR-Strategie und Geld von der Stadt. Angeblich soll es pro Monat 1.000 Euro Subvention für den Fußballklub geben, 1/7 des Bürgermeistergehaltes. Fast eine Viertel Million Euro bekommt die Kunsthalle Krems jährlich von der Stadt Krems. Plant man vielleicht ein KSC-Museum im Krischanitz-Gebäude ? Könnte bald bittere Realität werden, wenn man jetzt nicht eingreift. Es ist bereits 5 Minuten NACH 12.

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Rimini Calling 2009 - Dolce Vita pur !

Azurblaues Meer, goldener Strand, lächelnde und lebenslustige Menschen, Trinken, Tanzen, Flirten mit süßem Augenzwinkern bis in den Morgengrauen - Italien ist Dolce Vita pur. Rimini, die 136.000-Einwohner-Party-Metropole an der nördlichen Adria ist da nicht anders. 1843 wurde dort unter der Patronanz des Arztes Claudio Tintori (dem auch die am Meer gelegene "Lungomare Tintori" gewidmet ist) die erste Badeeinrichtung eröffnet.

 

Zuerst mondäne Ferien-Lounge für die High Society wurde Rimini im 20. Jahrhundert zu einem der Pauschaltouristen-Epizentren Europas und wurde wenig schmeichelhaft auch als "Teutonengrill" bezeichnet. Diese Zeiten haben sich - im Gegensatz zum mallorquinischen "Ballermann"- - aber grundlegend verändert. Keine peinlichen deutschen Touristen mit unaufhörlichem Drang nach Schlager, Sex & Sangria, sondern classy young crowds vornehmlich aus Bella Italia bevölkern das 15 km lange Strandgebiet der seit 268 v. Chr. bestehenden römischen Antik-Stadt. Einer der Söhne der Stadt, der bekannte italienische Filmregisseur Federico Fellini (1920-1993), der in den 60ern vehement die progressiven Tourismusstrategien seiner Geburtsstadt kritisiert hat, hätte seine Freude an der aktuellen Entwicklung der Stadt. Wo anders als in Rimini bietet sich - zentriert auf einer kleinen Landfläche - eine derartig perfekte Symbiose aus Kultur, Strand, Sport, Nightlife und Lebenslust pur.

 

Eines der schönsten Gebäude der Stadt ist das 1908 an der Strandpromenade erbaute Grand Hotel, in dessen Jugendstilcharakter sich Federico Fellini bereits als kleiner Bub verliebte und dessen Suite 315 später immer für ihn reserviert war. Im Federico-Fellini-Park daneben (mit dem wunderschönen "Brunnen der 4 Pferde") kann man inmitten der grünen Oase der Marino Centro die Füße baumeln lassen und dem italienischen "Dolce far niente"-Prinzip frönen. Der große Fotoapparat davor war einst ein Ladengeschäft eines verkaufstalentierten Fotografen, der nach seiner Restauration als Denkmal der "Moderne" gilt.

 

In der Altstadt Riminis nördlich der Eisenbahngleise präsentieren sich dem kulturinteressierten Touristen antike Sehenswürdigkeiten der römischen Geschichte, der Arco d´Augusto (der älteste Triumphbogens Italiens aus dem Jahre 27 v. Chr.), die Piazza Cavour mit dem von Leonardo Vinci verehrten Pigna-Brunnen, der Maletesta-Tempel und die Tiberius-Brücke, die - erbaut auf einem einzigen Fundament - jeglichen Kriegen und Regierungswechseln getrotzt hat und den Beginn der historischen Via Emilia darstellt.

 

In Miniaturversion kann man das Zentrum Riminis betrachten im einige Kilometer außerhalb gelegenen Themenpark "Italia in Miniatura", und dazu noch rund 300 weitere architektonische Attraktionen Italiens und Europas vom Kolosseum, dem Petersdom, dem Turm von Pisa bis hin zum Pariser Eiffelturm, dem Brüsseler Atomium und der Athener Akropolis. Österreich ist in diesem breit angelegten Park, in dem man auch mit einer venezianischen Gondel durch einen künstlichen Kanal fahren kann, mit dem Schloss Belvedere und einem Johann Strauß-Denkmal vertreten. 

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Krems: Summer in the City 2009 - Beislparty Stein vs. Todesschüsse in Lerchenfeld.

"Hot town, summer in the city, Back of my neck getting dirty and gritty, Cool town, evening in the city, Dressing so fine and looking so pretty." Es ist Sommer in der Donaumetropole Krems. Die Menschen treffen einander am Abend bei der bereits 15. Beislparty in der Steiner Donaulände.

 

Junge Pärchen flanieren verliebt und händchenhaltend durch die bunt dekorierten Straßen. Ältere Herzen erinnern sich an längst vergangene Sommer, als Connie Francis noch "Die Liebe ist ein seltsames Spiel" schmachtete und man im ersten selbstgekauften Minirock Elvis Presley aus den Juke-Boxen hörte. Der Sound des Südens dröhnt aus den südländisch eingerichteten Disco-Bars: Reggae, House, Latino-Pop. Die Luftgitarrenband "Die 3 Extremen" fährt mit schnellen Harleys zu ihrem Auftritt neben Martin Negers neuem Trendlokal "Cheers", dort wo vor einigen Wochen Richard Lugner mit seinem "Bambi" wieder zusammenkam. Girl-Groups feiern ausgelassen Polterabend und trauern insgeheim dem Verlust der Freiheit ihrer Freundin nach, während andere auf verflossene Liebschaften und Jugendlieben treffen.

 

Party-Feeling pur im Spotlight- und Star Night Club-Areal, wo DJ Oliver die Dancefloor-Hits des Sommers präsentiert und die schmucken Barkeeper und Barladies schon mal "One drink too many" in die Kehlen der ausgelassenen Celebration Generation schütten. Nach der (zu frühen) musikalischen Sperrstunde um 1 Uhr ist die Party noch lange nicht vorbei - man düst ab ins Cheers und die restlos überfüllte Und-Lounge Alex Lengauers, wo nicht nur der "Boeing Boeing"-Stewardessen Casanova Darsteller Andi S. abtanzt bis in den Morgen, sondern auch die Creme de le Creme der Kremser Nightlife-Szene. Unter der gestrengen Security der Mao-MM-Doorman-Legende Michael Salzer. Um 6 Uhr früh fühlt man sich vor dem Kloster Und wie ein Ibiza-Tempo Fiesta-Tourist - überdreht, freaky, müde und brutal ausgesetzt dem immer stärker werdenden Sonnenlicht.

 

Szenenwechsel. Auch das ist Sommer. Nur wenige Kilometer vom Party-Epizentrum Beislparty Stein entfernt. In Lerchenfeld. Ein 14jähriger Sonderschüler bricht mit zwei Komplizen in den Merkur-Supermarkt ein und wird um 0230 Uhr früh von 2 alarmierten Polizisten getötet. Notwehr ? Fahrlässige Tötung ? Die Gerichte und Sachverständigen werden es feststellen. "Fuck the Police", "Kindermörder" liest man auf den Schildern der demonstrierenden Jugendlichen in der Kremser Landstraße. Auch der Kremser Grün-Abgeordnete Markus Gonaus trabt gedankenlos hinter der traurig-aggressiven Straßen-Parade nach und verkennt dabei die Situation: Was macht ein (großgewachsener) 14jähriger - vermummt und bewaffnet mit gefährlichen Werkzeugen - nach Mitternacht in einem Supermarkt ? Mit einem vorbestraften 16jährigen Ex-Knacki und (vermutlich) mit einem 28jährigen rumänischen Serienverbrecher ? Wo sind die Eltern ? Wo ist das Jugendamt Krems (in dessen Akten sich zahlreiche Straftaten und Auffälligkeiten des Getöteten wälzten) ? Pac-Man-Spielchen kann sich der immer gefährlicher werdende Berufsstand der Polizei in einer Zeit des brutalen Ostblock-Einbruchsterrors, wo Menschenleben nichts wert sind und Waffen schneller gezogen werden als Visitenkarten, nicht leisten. Unsere Gesellschaft auch keine Polizistenbegräbnisse.

 

Der bekannte und beliebte Spotlight- und "Fotokultur.at"-Partyfotograf Philipp Thaler versuchte Donnerstag nachmittags während einer Trauerkundgebung vor dem Merkur-Supermarkt den Spagat zwischen der Steiner "Gossip Girl"-Party-Generation und den scheinbar im Stich gelassenen "Last Exit to Brooklyn"-Wohlstandsverlierern Lerchenfelds. Und wurde vom Bruder des 14jährigen Opfers mit 30 Faustschlägen brutal niedergeschlagen. Diagnose Jochbeinbruch - er liegt derzeit im Landesklinikum St. Pölten und hat Zukunftsängste.

 

"Beislparty 2009 - Wir haben überlebt" - eine Kremser Internet-Community im populären Social Network StudVz bekommt eine vollkommen neue Dimension. Dort bezieht man sich allerdings - Gottseidank - auf den harmlosen Sangria-Vollrausch, und nicht auf die "Todesschüsse von Lerchenfeld" (Puls 4-Talk of Town-Sendungsthema).

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Hubert von Goisern - Koa Hiatamadl @ Krems

"Das Wetter ist wie die Liebe. Man muss es nehmen, wie´s ist, und warten, wie´s wird." Sinnsprüche aus einer Talk-Show mit Marcel Reich-Ranicki ? Nein, Lebensweisheiten von Hubert Achleitner alias Hubert von Goisern beim dreistündigen Live-Konzert auf dem Kremser Ausportplatz. Die fast mehr Zeit in Anspruch nahmen als das gesamte Lady Gaga-Konzert in Wien. War letzteres ein rasantes Torpedo-Hitfeuerwehr de luxe, sprühten beim Auftritt des Alpen-Weltmusikers die Funken nur sehr selten.

 

Melancholie, Lethargie und Depression statt Alpin-Ramba-Zamba und Party-Feeling. Lichtblicke die Hits aus dem Jahre 1992 "Heast as nit" (den F-Parteichef HC Strache bei einer Parteiveranstaltung 2006 verwendete und damit den Herrn Goisern verärgerte) und Weit, weit weg. Die Audienz wartete bis nach 23 Uhr auf das Hirtenmädchen. Das allerdings war schon längst im Land der Träume - das "Hiatamadl" (das auch die deutschen Charts eroberte) gab es nicht einmal als Zugabe. 

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D: Alkoholverbot auf öffentlichen Plätzen - Denkste !

"Krems wird zur Komasauf-Metropole" - so die Schlagzeile in der heutigen "Österreich"-NÖ-Ausgabe. "Freunde der Kremser Altstadt" attestieren "maximal 5 %" der Kremser Party People (also 5 von 100 Barbesuchern) am Hohen Markt Vandalismus, Gröhlereien, Sauforgien und Verkauf von Hochprozentigem aus dem Kofferraum. Man verlangt Maßnahmen wie die Einrichtung einer sündteuren Security-Truppe oder ein Alkoholverbot auf öffentlichen Plätzen. Letzteres wurde in der deutschen Universitätsstadt Freiburg, wo ebenfalls Trinken, Tanzen, Flirten auf dem exzessiven Nightlife-Programm stehen, vom VwGH Mannheim als unzulässig erklärt.

 

"Für einen See wird auch kein Badeverbot erlassen, weil Nichtschwimmer darin ertrunken sind" - so die Richter. Eine selbst geringfügige Freiheitseinschränkung durch eine Verordnung sei nur dann erlaubt, wenn typischerweise von jedem Normadressaten auch eine Gefahr ausgeht." Da nicht jeder Alkoholkonsument randaliert oder herumlärmt, verstoße ein Alkoholverbot gegen die Grundrechte. Eingebracht wurde die Klage vom politisch engagierten "Arbeitskreis kritischer Juristen".

 

Also Obacht, liebe Regionalpolitiker, Biedermänner und Altstadtdenkmalpfleger. Auch in der Donaumetropole Krems gibt es genügend Studenten und Opinion Leader, die sich - 80 Jahre nach der Prohibition - nicht bevormunden lassen wollen. Einbruchsdiebstähle, Banküberfälle, Schlägereien, Vergewaltigungen - das sind die Problembereiche, um die man sich kümmern sollte. Und nicht Kids den harmlosen Party-Rausch zu verbieten.

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Lady Gaga @ Vienna - "Take a Ride on the Disco Stick"

"In the Future, everyone will be world-famous for 15 minutes" - ein weltberühmtes Zitat des Pop-Art-Genies Andy Warhol. Bei Stefani Joanne Angelina Germanotta alias Lady Gaga dürften dies weit mehr als 15 Minuten sein. Die New Yorker Sängerin, die ihr Pseudonym nach dem Queen-Hit "Radio Ga Ga" gewählt und dieselbe Privatschule wie It-Girl Paris Hilton besucht hat, gilt laut der renommierten NY Times als "Zukunft des Pop" und lässt sich neben Rilke, Brecht oder David Bowie tatsächlich auch von Andy Warhol beeinflussen. Warhols "Factory" nennt sich bei ihr allerdings "House of Gaga" und beinhaltet einen kreativen Pool von Musikern, Modeschöpfern, DIY-Künstlern, Kunststudenten und Underground-Heroes, darunter Djane Lady Starlight, mit der sie als Burlesque-Stripperin ihre ersten Auftritte in New Yorker Nightclubs hatte.

 

Auch das bizarre Ouvertüre-Video "Who shot Candy Warhol" bei ihrer ersten Club-Tournee ist dem Meister der Pop Art gewidmet, so auch beim ausverkauften Konzert im Wiener Gasometer. Umringt von schwarzen Tänzern räkelt sich Lady Gaga in hedonistisch-schrillen Kostümen und Korsagen und präsentiert ihre Hi-Energy-Disco-Superhits aus ihrem Debüt-Album "The Fame", das mehr Dance Classics enthält als manche Greatest Hits-CD: Die neue Single "Paparazzi" als Opener (bei der sie aus einem Keyboard-Panzer entsteigt), "Love Game" mit dem scheinbaren Motto des Abends "Let´s take a ride on the disco stick", "Just Dance" (im superkurzen Yellow-"Blondie"-Dress), "Beautiful Dirty Rich",.... Verzichtbar dagegen die endlos lange Unplugged-Piano-Version von "Poker Face", die allerdings durch den Final Uptempo-Mix des mehr als 3 Monate auf Platz 1 loungierenden Superhits schnell vergessen war.

 

Die rund 3.500 vorwiegend jugendlichen und weiblichen Zuschauer waren begeistert von der sexy Light-Fashion-Dance-Show von Lady Gaga - trotz 1 Stunde Wartezeit (wegen plötzlichen Ausfalls der Vorgruppe "Gary Go"), schlechtem Sound, fehlender Simultan-Leinwand-Übertragung (bei schlechter "Po"-Sicht in den hinteren Reihen) und nur 11 Songs im 70-Minuten-Programm. 

 

Am nächsten Tag düste Lady Gaga ab nach Ibiza, wo sie im Rahmen von Pete Tongs "Wonderland"-Club in San Antonios Edel-Disco Eden ihren nächsten Auftritt hat. Eine Tournee mit Kanye West ist geplant, das 2. Album, dazu eine Kollaboration mit dem durch Mix-Tapes und die Blog-Szene bekanntgewordenen neuen Rap-Star Wale ("Chillin"). "The Future´s so bright - she´s gotta wear shades" - wohl die mehr als rosige Zukunft für Lady Gaga, der perfektesten und glamourösesten Symbiose aus "Musik, Sex und Kunst", die es jemals gab.

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Linz: "Spotlight"-Dampfschiff Schönbrunn nach Crash schwer beschädigt.

2 Weltkriege und eine Spotlight Shuffle Boat-Party mit Tech-House-DJ Dürnstein und "Love Machine" Supermax hat das 1912 auf Jungfernfahrt gegangene Dampfschiff Schönbrunn unbeschadet überstanden. In Linz allerdings gegen die Uhren anders - ein italienisches Passagierschiff rammte bei einem Wendemanöver das nur mehr für Events und Ausflugsschiffahrten eingesetzte Schiff und beschädigte es auf einer Länge von 15 m oberhalb der Wasserlinie. Zu einem Wassereintritt in den Schiffsrumpf kam es allerdings nicht. Ob das Schiff nächstes Jahr wieder für Martin Negers legendäre Retro-Party eingesetzt werden kann, bleibt aber mehr als fraglich. 

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Marillenfest Krems 2009 - "Fiesta Tienda" !

Die Marille hat ihren Ursprung in China, wo die Frucht bereits vor 4000 Jahren kultiviert wurde. Alexander der Große brachte sie nach Griechenland und Italien, wodurch sie - ausgehend vom römischen Reich - auch in die Wachau gelangte, wo sie seit rund 2000 Jahren angebaut wird. Seit 1996 ist der Name "Wachauer Qualitätsmarille" eine innerhalb der EU geschützte Ursprungsbezeichnung. Grund genug, in der Donaumetropole Krems der edlen Frucht Referenz zu erweisen und im Rahmen eines prickelnden 4-Tage-Sommernachtsfestes bei der Schiffsstation Stein die Nacht zum Tag zu machen.

 

Veranstalter des 10. Marillenfestes 2009 waren Piano-Chef Franz Berger, Johann Reis und der "On the Beach-Mautern" und "Tischlerhütte Maria Alm"-Betreiber Walter Reuter. Neben Marillenspezialitäten, seltsamen Brauchtumstänzen, DJ Hugos Schlagerschnulzen und der scheinbar unentbehrlichen Sangria-Ballermann-Meile sorgte Walter Reuter dieses Jahr mit dem schicken "Fiesta Tienda"-Disco-Zelt rechts beim Eingang für eine progressive Innovation: House-, Disco- und Ibiza-Anthems von "That´s Scene"-Popliterat und Party-DJ Oliver, coole Szene-Barkeeper aus dem Und Lounge-/Star Night Club- und Millennium-Dunstkreis (inkl. Barchef Errol, der beim Volksfest 2009 im Beisldorf mit einem eigenen Stand vertreten sein wird) und eine coole sophisticated Celebration Generation, die mit Sunglasses at Night, sexy Outfits und Wodka Red Bull Aphrodisiakum abtanzte bis weit nach Mitternacht. Dazu heiße Liebeserklärungen per Mikrofon, Polterabend-Ladies im Fete-Blanche Dress auf der Suche nach dem letzten Abenteuer, Paris Hilton-Look-a-Likes, kesse Trachtenpärchen, ekstatisch zuckende Tänzer, holländische Reggae-Tech-Fetischisten und die Creme de la Creme der Kremser Club-Szene.

 

Kurz gesichtet auch Ex-Millennium-Betreiber Christian Gschwantner, der laut www.nitelife.at 2010 beim Ironman (!!!) in Klagenfurt (3,86 km Schwimmen, 42,195 km Laufen, 180,2 km Rad) starten will. Da muss er wohl ab sofort früh schlafen gehen - im Gegensatz zu den nightlifesüchtigen Party People, die nach der (zu frühen) musikalischen Sperrstunde noch in die After Hour Locations (Martin Negers Cheers, Tube mit DJ Dürnsteins Margorians Tech House-Fiesta) abdrifteten. Der Beat geht solange ins Ohr, bis es sticht.

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Over the Rainbow - Regenbogenparade Vienna 2009 !

"Over the Rainbow" wurde 1939 für den Film "Der Zauberer von Oz" geschrieben und bekam 1940 den Oscar als Bester Film-Song. Interpretiert wurde der Song von der blutjungen Judy Garland, bereits zu Lebzeiten eine Ikone der Gay Community. Die Nacht nach ihrer Beerdigung am 27. Juni 1969 gilt als Gründungstag der Lesben- und Schwulenbewegung, als sich in der New Yorker Gay-Kneipe Stonewall Inn in der Christopher Street die Homosexuellen erstmals gegen die schikanösen, diskriminierenden Polizeirazzien wehrten und tagelange Straßenkämpfe ausgelöst wurden.

 

Der Regenbogen gilt seit damals als international anerkanntes Erkennungszeichen für die Pink Community. In Österreich gibt das Rainbow-Symbol der seit 1996 stattfindenden Wiener Regenbogenparade den Namen, deren Route wieder vom Stadtpark über den Ring "andersrum" bis zur Abschlusskundgebung am Schwarzenbergplatz führte. Angeführt wurde die politische Demonstration traditionell von den Dykes on Bikes und 2 homosexuellen Body Painting-Paaren in Regenbogenfarben. 53 Gruppierungen beschallten mit Musik und Parolen bei heißem Sommerwetter die Wiener Innenstadt und plädierten für eine Gleichstellung Homosexueller und die Einführung einer Lebenspartnerschaft, 120.000 Zuschauer (in Köln beim Christopher Street Day waren es sogar 700.000) gaben dem schrill und bunt kostümierten Aufmarsch alle Ehre.

 

Vertreten die Creme de la Creme der Schwulenszene: die Homosexuelle Initiative (Hosi) Wien, die 2009 ihr 30jähriges Bestehen feiert, mit einem schrägen Schlager-Truck, das U 4 als "4 im Jeep"-Epigonen,  die Sadomasochismus Initiative Libertine mit den schon legendären zweibeinigen "Zugtieren", der Club Kreativ, die Rosa Lila Villa der Linken Wienzeile, die Kult-Gay-Disco Why not mit coolen Tech-House-Beats, die Internet-Plattforum erotikforum.at oder der Club Delicious Strictly in White. Politische Prominenz fand sich auf den Fahrzeugen der SPÖ und der Grünen: Ex-"Made in Austria"-Quizmaster Günther Tolar, in den 60ern wegen verbotener Männerküsse in der "Alten Lampe" verhaftet (wo man sich gerne "Fliege", "Blume" oder "Täubchen" nannte, damit man seinen schwulen Lover nicht bei der Polizei verpfeifen konnte) und eine Nacht in der Zelle eingesperrt, und die bekennende Lesbin und EU-Parlamentsabgeordnete Ulrike Lunacek, die am "Grünen Andersrum"-Truck mit den Gesinnungsgenossen ausgelassen mitravte. Von Schwarz, Blau oder Orange war bei der Regenbogenparade nichts zu hören und zu sehen, man hat anscheinend Berührungsängste mit der liberalen, freizügigen, polyamoren LGBT-Community. Zumindest einige Zitate auf den Schildern der als "Burschensaft Clitoria" und "Vaginalia" auftretenden Demonstranten - wie "Lesbenbanden statt Männerbünde", "Menstruieren statt Mensurieren", "Morgenlatte statt Abendlande" oder "Zungenkuss statt Hitlergruß" - erinnerten an den heftig umstrittenen EU-Wahlkampf der FPÖ und deren Burschenschafter-Cliquen.

 

Laut aktueller Schätzungen sind ca. 10 % der Menschen homosexuell, trotzdem haben 3/4 der Bevölkerung keinerlei Kontakt zur Queer Community. Das glauben sie zumindest. Manche Provinzler glauben auch, dass tanzende oder modisch gestylte Männer schwul und Frauen mit kurzen Haaren ohne Lebenspartner lesbisch sind. Die Bandbreite der Vorurteile ist unermesslich, nicht nur im Iran. Sogar der Schwulenaktivist Alfons Haider - angeblich wegen sexueller Neigungen erpresst - meinte nach seinem unfreiwilligen Outing, er könne dies niemandem empfehlen. Diese Probleme hatte die Rainbow-Ikone Judy Garland nicht. Die Filmschauspielerin und Sängerin war allerdings schwer drogensüchtig und fünfmal verheiratet, eine ihrer Töchter ist der Hollywood-Star Liza Minelli. Bald im Kino zu sehen - in der Biografie "Get happy - The Life of Judy Garland". Mit der bezaubernden Anne Hathaway ("Rachel´s Hochzeit") in der Hauptrolle. Es leuchten meine Augen, und zwar mindestens so farbenprächtig wie ein Regenbogen während eines romantischen Sommerregens.

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Donaufestival-Organisator: "In Krems wird man ignoriert !"

"Anfangs dachte ich, dass es die Kremser zumindest irritieren wird, wenn 20 Schwarzafrikaner durch die Landstraße spazieren. Aber jetzt muss ich schon sagen - ich glaube, man kann in Krems machen, was man will, man wird ignoriert." Keine Worte eines nigeranischen Schlepperunternehmers, sondern von Donaufestival-Organisator  Tomas Zierhofer-Kin in der aktuellen Ausgabe der Kremser Jugendzeitung "Das Helmut". Und leider trifft er damit den Nagel auf den Kopf. Denn beim alljährlich in der Donaumetropole stattfindenden Donaufestival veirren sich neben den dort arbeitenden Bar-Ladies (des peinlich eingerichteten  "Österreichhallen"-Festival-Cafes) nur wenige Kremser, meistens jene, die "schon längst in Wien wohnen, weil sie die Gesellschaft hier nicht ausgehalten haben".

 

Zugegeben, das Programm ist teils gewöhnungsbedürftig, teils skurril, teils einfach nur Lärmbelästigung unter dem Deckmantel der Kunst. Aber dieses Feststellung des Festivalintendanten trifft leider nahezu auf alle nicht dem traditionellen Mainstream untergeordneten Events und Aktivitäten zu. Ein Wunder, dass Martin Negers Spotlight-Clubbings und Alex Lengauers Star Night-Club-Parties in einer Stadt funktionieren, wo der typische Kremser sich auf die proletarischen Zelt-, Feuerwehr- und Kellergassenfestln freut, das Kunsthallenareal nur betritt, um sich bei der nahegelegenen Tankstelle ein Dosenbier zu holen oder bei Einbruch der Dunkelheit zur zappenden, anspruchslosen Couchpotatoe von Millionenshows, Schlagerstadln und Bullen von Tölz-Endloswiederholungen wird.

 

Film-Events im Kesselhaus, Sport-Turniere, Kunsthallen-Vernissagen, Fashion-Shows, Club-Events, Lokal-Opening-Parties, Ausstellungseröffnungen junger  Kreativer allen Genres oder eben auch das Donaufestival. Man muss neuen Sachen gegenüber aufgeschlossen sein und soll sich nicht in seinem persönlich gebauten Elfenbeinturm einsperren. Gilt auch für das Internet: Mehr Kreativität und Personality (durch Blogs, Foto-Shows und Homepages) statt anonymem Surf-Konsum und Facebook-Stalking. Traditionen sind dazu da, um gebrochen zu werden. In einem Bundesland, wo eine Partei trotz Ersatzkaisertum, Freunderlwirtschaft und Spekulationsskandalen noch immer die absolute Mehrheit hat, ein schwieriges Unterfangen. Aber machbar. Think pink !

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Streetfestival vs. Free Parade 2009 @ Vienna

Die Bundeshauptstadt Wien zählt um die 1,7 Millionen Einwohner und rühmt sich auch gerne als Party- und Szenehauptstadt der Alpenrepublik. Gesehen hat man davon letzten Samstag Nachmittag wenig davon. Im Rahmen des Street Festivals 2009, einer leider missglückten Reinkarnation diverser Free Parties der 90er und Love Parades 2001 und 2002, präsentierten sich bunt geschmückte 15 Party-Trucks renommierter Clubs und Events zwischen Oper und Universität - darunter Beat Patrol vs. Vienna Calling (mit Tom Snow und DJ Ronaldo), Delicious strictly in White (aber nur mit Boys), Volksgarten, Empire Club (der am 14. August die Trance-Ikone Paul Oakenfold nach Wien bringt), Chateau Boum Boum, die Passage, das U 4 und die Underground-Institution Flex, das praktisch ohne menschliche Rückendeckung die Ringstraße entlang rollte. Ausgerechnet die Innenstadtlokale Kaktus und Gnadenlos aus dem imagemäßig geringgeschätzten Bermudadreieck konnten bezüglich Sound und Sexappeal die beste Stimmung erzeugen. Dem schlechten Wetter und dem teils einsetzenden leichten Regen die Schuld an der geringen Teilnehmeranzahl von ca. 10.000 Party People (statt erhofften 200.000 !) zu geben, wäre zu einfach. Fakt ist: Wien hat derartige langweilige Couch-Potatoes nicht verdient und muss sich Sorgen machen um die Party-Zukunft.

 

"Wer sich nicht bewegt, bewegt nichts", "Fladenbrot statt Tanzverbot" oder "Stoppt die Überwachung - I dreh mein eigenen Film" - so einige Slogans auf den Trucks der Gegenveranstaltung, der politisch angehauchten "Free Parade", die sich auf einer Route zwischen Mariahilferstraße und Schwarzenbergplatz für ein Bleiberecht und gegen Homophobie und den Polizeistaat aussprach. Statt House und Electro dröhnten ohrenbetäubender Hardcore Acid, Freetekk und Drum&Bass aus den Boxen. Gemäß dem Motto "Keep Doing Shit" konnte wohl kein sündteures Parfüm einer schnöseligen Passage-Tussi den betörenden Hush-Hush-Düften der "linken Schickeria" Konkurrenz bieten. Hauptsache "Aufklären statt einsperren", wie es die Drogenberatungsstelle Check-it (www.checkyourdrugs.at) nicht zu Unrecht propagiert. Einige tanzten ekstatisch auf den Straßenbahn-Wartestationen und den Telefonzellen, manche erlebten nach einer Überdosierung den Sonnenuntergang nicht mehr bei hellem Verstand. Zumindest die Stimmung passte unter den ca. 1.000 Teilnehmern, und das ist ja das Wichtigste. Denn: Life is too short for boring parties.

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Wachauer Volksfest ol(j)e !

Das waren einst Zeiten. Man zählte die Tage vor der Eröffnung und wartete sehnsuchtsvoll auf das jede 2 Jahre stattfindende Wachauer Volksfest: Feucht fröhliche Nächte mit der Stammclique, Tagada, Pirat- oder Enterprise-Fahren mit der Liebelei in spe zu den coolen Italo-Dance-Hits der lässigen Karussell-DJ´s, Flanieren auf dem Gelände der gleichzeitig stattfindenden Niederösterreichischen Landesmesse, dazu Freistilringen, Blumenkorso und der traditionelle Festzug der ansonsten auf der Freilichtbühne auftretetenden ausländischen Folkloregruppen aus allen 5 Kontinenten. 2009 steht das Wachauer Volksfest - wie der Kremser Traditionsclub KSC (der in die 5. Leistungsklasse, die 2. Landesliga mit Vereinen wie Hofstetten, Weißenkirchen oder Gmünd, absteigt) vor einem imagemäßigen und veranstaltungstechnischenTrümmerhaufen.

 

Vermutlich wegen horrender Standgebühren und damit verbundener Unrentabilität abgesagt haben die Kremser Institution "Meisterwirt", die Konditorei Hagmann (dessen Eigentümer Chef der Kremser Kaufmannschaft ist !!!) und die Schwarze Kuchl. Auch das große Bierzelt ist Geschichte, untheatralisch weggebeamt in eine "Lost"-Zeitspalte. Der Eintrittspreis (im Gegensatz zum Gratis-Entry in St. Pölten) ist aber geblieben, die mit Spannung erwartete Lifestyle-Messe "Infinity - Leben mit Stil" hat man in die 300m entfernte Dominikanerkirche exportiert, wo sie gerademal der von der Kremser Beislszene betrunken heimtorkelnde Nachtschwärmer entdeckt.

 

Was zu erwarten ist (neben der lästigen Anbiederung diverser - auf Staatsspesen loungierender - Provinz- und Regionalpolitiker): Eine neue Weinmeile, ein Erntedankfestumzug (!?), neue - bereits aus diversen Rustikalvolksfesten bekannte - schleuderartige Skydive-Fahrgeschäfte wie "No Limit" und "Sling Shot" (siehe Pictures), das übliche Ballermann-artige Sangria-Kübel-Wettsaufenareal diverser Beislwirte der Donaumetropole und eine vor 2 Jahren publikumswirksame und trendige Clubbing-Szene-Meile mit Spotlight, Star Night Club, 4 Seven & Co.. - Für letztere braucht man aber kein Volksfest - da wäre ein jährlicher "Club Park Life" im Stadtpark mit Bühne, Kino-Leinwand und Special Events wohl imageträchtiger. Der aber an der musikalischen Mitternachts-Sperrstunde scheitern wird, die aus jeder Open-Air-Party zu fortgeschrittener - statt einer Celebration Dancing Generation - einen Aufmarsch betrunkener Zombies und Rowdys macht. Was man vor 2 Jahren beim Volksfest eindrucksvoll gesehen hat.

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Spotlight goes Shuffle-Boat !

Spotlight-Veranstalter Martin Neger feierte seinen 45. Geburtstag und lud zu diesem Anlass zu einer Partynacht auf das legendäre Dampfschiff Schönbrunn. Österreichs letzter Donau-Schaufelraddampfer stammt aus dem Jahre 1912 und wird nach seinem Einsatz als schwimmendes Casino in Budapest nur mehr für Sonderfahrten eingesetzt, so wie für "Spotlight goes Shuffle Boat", bei dem das Schiff zwischen 21.30 und 2 Uhr nachts die Strecke Krems - Melk und retour mit einer Höchstgeschwindigkeit von 29 km/h bewältigte.

 

On Board vergnügungssüchtige Party People allen Genres: Updressed Ladies in Hot Pants, Boys mit schickem, weißem Anzug, Raver im Krocha-Outfit, Aschenputtel, die einmal in die Rolle der Prinzessin der Nacht schlüpfen wollten, Jäger und Jägerinnen auf der Suche nach einem schnellen Aufriss oder ins Alter gekommene Ex-Nachtschwärmer, die mit Support alter Retro-Songs für eine Nacht wieder in den Jungbrunnen fallen wollten. Unter den Gästen befand sich auch der geniale "Doors Experience"-Jim Morrison-Epigone Jason Boiler, der sich - wie viele andere der Rock-Fraktion - auf den Auftritt von Kurt Hauenstein aka Supermax freute. Dieser allerdings lieferte - nach einer Flasche Four Roses im "Cheers" - nur einen kurzen Halbplayback-Auftritt: Windböen, ein ausgefallener Monitorlautsprecher und wenige Zuhörer auf dem Free Deck (das zuvor von DJ Dürnstein beschallt wurde) beendeten den Live-Gig auf dem "Narrenschiff" (so die Diktion eines Party-Gastes) - ohne den Superhit "Love Machine".

 

Unter Deck ging die Party allerdings weiter, die Musikauswahl auf dem Main Floor war allerdings mehr als dürftig: "Agadoo", "Honey Honey", "Lambada", "Holding out for a Hero" oder "Let´s twist again" sind wohl kaum die Party-Hymnen, die coole Szene-Trendsetter von den Stühlen reißen und die man sich von einem (hochbezahlten) Wiener DJ erwartet. Eine (gebackene) Goldene Schallplatte gab es trotzdem - allerdings für Veranstalter Martin Neger. Verliehen von seiner Freundin Sarah für 20 gelungene Spotlight-Parties. Die hat er sich redlich verdient.

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Ibiza House-Party @ GCL Hangar Krems

Auf Ibiza, der balearischen Party-Insel für Dance-Freaks, finden dieser Tage die (sündteuren) Opening Parties der weltberühmten Clubs Pacha, Space, Privilege und Es Paradis statt. Grund genug für Clubbing-Guru Martin Neger, auch in der Donaumetropole Krems eine Ibiza-House-Party zu veranstalten. Die elitäre Location: Christian Gschwantners GCL-Hangar, der leider bezüglich der Klangakustik nicht dies hielt, was man sich erwarten durfte.

 

Der Sound war allerdings vom Feinsten. Gewohnt unkommerziell DJ Lorenz van Dürnstein, der aber auch die Ibiza-Classics "Cafe del Mar" und "Let me show you" in sein Tech-House-Set einbaute. Highlight des Abends waren die aus Millennium-Zeiten bekannten Taylor & Flow aka Global Deejays, die - umringt von sexy Go-Go´s und Crazy Dancers - neben Populär-House (a la Kid Cudi, Paul van Dyk oder Fedde le Grand) auch ihre Hits "The Sound of San Francisco" und "Everybody´s free" (diese Woche neu auf 52 in den deutschen Charts) präsentierten.

 

Wann es wieder eine Ibiza-Party des Cheers-Inhabers geben wird, steht noch in den Sternen. Cool wäre, direkt unter den Sternen, und zwar als Open-Air-Disco im Stile des legendären Bora Bora Beach auf der La Isla Blanca.

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Students-Club @ Und-Lounge - The Latin Spirit !

Im Wiener Volksgarten wurde kürzlich der neue Latin Club "El Ritmo Pasional" eröffnet, Fans von Samba, Salsa und Ritmo de Janeiro gibt es aber auch in der Donaumetropole Krems. Beim donnerstäglichen Students Club in der Und-Lounge gab es zahlreiche Publikumswünsche bezüglich südamerikanischer und spanischer Rhythmen wie Gipsy Kings, Gloria Estefan oder Los Lobos.

 

Hoch im Kurs bei den bis in den Morgengrauen feiernden IMC-Studenten stehen auch Kid Cudis "Day´N´Nite", David Guetta, Alex Gaudinos "Destination Calabria" und (noch immer) Lady Gagas schon langsam nervendes "Poker Face". Gespielt wird es trotzdem, der Kunde ist König, allerdings nicht unbeschränkt. Hands-Up-Techno, AC/DC-Heavy Metal-Getöse, deutsches Liedgut (Schlager & Hip Hop) oder Kelly Family-Gekreische haben auf meiner Playlist (und in einem sophisticated Club) nichts verloren. Und das ist gut so. Denn sonst bleiben die Masses zurecht vor den elitären Gebäuden.

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Life Ball 2009 - "Let Love Flow"

Am 29. Mai 1993 fand im - damals noch vom kürzlich verstorbenen Altbürgermeister Helmut Zilk regierten - Rathaus der 1. Wiener Lifeball statt, ein modernes schrilles Charity-Event für Toleranz, sexuelle Gleichstellung und den Kampf gegen die bis heute noch immer unheilbare Krankheit Aids. Organisator ist wie bei der Premiere noch immer der Ex-Visagist Gary Keszler, der 2008 das Goldene Verdienstkreuz der Republik Österreich überreicht bekam. Diesjähriges Motto ist "Let Love Flow", gleichzeitig 1. Teil eines vierteiligen Zyklusses, der sich mit den Kernelementen des Lebens, Wasser, Erde, Luft und Feuer beschäftigt. Das Wasser steht dabei für den Beginn des Lebens und der Evolution. Dementsprechend verzauberte man das Rathaus in ein lichttechnisches Wasserschloss inkl. einem riesigen Becken mit 2,5 Millionen l Wasser, in dem sich bei der Eröffnungsshow u.a. Neo-Single und Schwimmstar Markus Rogan räkelte.

 

Unter der Regie von Tanzschul-Legende Thomas Schäfer-Elmayer tanzten 100 Paare opernball-like auf dem Blue Carpet ein. 1 Paar davon war homosexuell, ein Hinweis darauf, dass 99 % der HIV-Infizierten heterosexuell sind und die Krankheit Aids keine "Schwulenpest" mehr darstellt, wie sie Anfang der 80er fälschlich bezeichnet wurde, als sie exzessiv in der Schwulen- und Drogenszene von Los Angeles und San Francisco auftrat. Stargäste auf der Red Ribbon-Bühne des Life-Balles waren dieses Jahr der ehemalige US-Präsident Bill Clinton, leider ohne seine "Oral Office"-Praktikantin Monica Lewinsky, Desperate Housewive Eva Longoria und "Nanny" Fren Drescher. Musikalisch glänzten Ex-Eurythmics-Hälfte Dave Stewart (mit Cindy Gomez und dem Life Ball Anthem "I bring you Love"), Ex-Moloko-Vocalistin Roison Murphy ("The Time is now") und Superstar Katy Perry, die per Muschel auf die Bühne schwebte und ihre Hits "I kissed a Girl" und "Hot´n´Cold" präsentierte. Letzterer Auftritt war Teil der schrill-schrägen Fashion Show der "Blondes" aus New York. Das Motto von David und Philippe Blond, die auch privat ein Paar sind: "Man muss nicht blond sein, um blond zu sein." Mit von der Partie auch die Sex & The City-Ausstatterin Patricia Fields, die für ihre "Der Teufel trägt Prada"-Kreationen mit einer Oscar-Nominierung belohnt wurde. Auf der rutschigen Bühne tänzelten - zu New Yorker Gay House-Sound - u.a. Pamela Anderson (mit Ghettoblaster), Eva Padberg (mit erotischem Busenblitzer), Mirjam Weichselbraun, der neue Austro-Terminator Roland Kickinger, Germany´s Next Top Model Lena Gercke in extrem kurzem Mini-Rock, Ex-"Brillantin Brutal"-Falco-Partnerin Cordula Reyer und Gitta "Playmate of the Century" Saxx.

 

Nach der horny Eröffnung wurde noch bis in die frühen Morgenstunden im Rathaus und im Volksgarten weitergefeiert. Ob mit oder ohne Gummi, wer weiß das schon ? Eine Erkenntnis Niki Laudas, die ATV-Hi-Society-Star Dominic Heinzl fast die Akkreditierung gekostet hat. Was sehr schade gewesen wäre, denn der ORF leistete sich wieder Fauxpas de luxe bei der Life-Ball-Übertragung. Fast so peinlich und unästhetisch wie bei der Kakerlakenshow der Präsentator (!) "Kugelfisch" Dirk Bach, letztklassig die Interviewpartner (Goldberger, Lichter, Polster & Co.), skandalös der Ausstieg des ORF nach dem 1. Teil der Fashion-Show (zwecks Live-Übertragung der Wertungsmaschinerie des Songcontests, bei dem die einzige Eyecatcherin Dita von Teese mit dem deutschen Beitrag "Miss Kiss Bang Bang" nur den 20. Platz belegt hat). Skandalös auch insofern, als die Mode-Show außer den VIP-Gästen und den ORF-Zuschauern aufgrund der großen Entfernungen und der Strukturmängel bei der Location-Planung kaum jemand klar und deutlich gesehen hat.

 

Unabhängig davon, ob die Aids-Prävention oder die Anerkennung sexuell Andersartiger sich durch derartige Events überhaupt in die Köpfe der Menschen einprägt, weist leider auch das Konzept des Life-Balls so seine Mängel auf. So beträgt der Reinerlös dieses - leider schon mainstream- und politikerunterwanderten - Events lediglich 1,5 Millionen Euro. Diese Summe zahlt 2009 der Herr Mateschitz allein aus seinem Geldbörschen, ohne mit der Wimper zu zucken - und zwar an den Red Bull-Salzburg Meistertrainer Co Adriaanse. Humor ist, wenn man trotzdem lacht.

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"Cheers"- Die neue Steiner Szene-Bar

"Das Lokal, wo man dich beim Namen kennt" - das merkte zumindest meine Wenigkeit, als ich mit Freundin Anita bei der Donaulände 34 in Stein vorbeiradelte und Martin Neger am sonnigen Sonntagnachmittag freundliche Grüße zurief. Der Spotlight-Veranstalter ist seit der Opening Night letzten Freitag mit seiner Freundin Sarah Inhaber des ehemaligen "Salzstein" und "Arte Novita". Das Lokal nennt sich nun "Cheers" und soll fast rund um die Uhr die unterschiedlichsten Zielgruppen anlocken.

 

Geöffnet ist Dienstag-Samstag von 8 bis 4 Uhr und Sonntags von 8 bis 18 Uhr, bei Schönwetter im Gastgarten und an der Schirmbar sicher auch länger, Montag ist Schontag und damit geschlossen. Frühstück gibt es ab 8 Uhr, Küche von 12-14 Uhr und 17-21 Uhr. Für exquisite Speisen sorgen Konditormeisterin Sarah und Patrick Fürst, der sich als Chefkoch des New Yorker "Danube" auch international einen Namen gemacht hat. Der Abend-Barbetrieb, u.a. mit Spotlight- und Und-Lounge-Barlady Tanja, startet um 21 Uhr mit Cocktails, Funky House-Sound und hoffentlich zahlreichen Party People.

 

Trotz großer Bar-Konkurrenz auch im Umfeld des neuen Szene-Lokals stehen die Zeichen für Martin und seine Crew nicht schlecht - guter Bekanntheitsgrad durch die Clubbing-Events, professionelles Marketing in den Medien, im Internet und im direkten SMS-Kontakt mit den potentiellen Gästen und auch die Möglichkeit, das "Cheers" für unterschiedlichste Zwecke zu nutzen - als legerer Gourmet-Treffpunkt, chilliger Hot Spot für Businessmen und Szene-Leute, Location für Vernissagen, Präsentationen, Unplugged-Auftritte oder Autogrammstunden, eventuell auch als After-Hour-Epizentrum für gestrandete Nightlife-Seelen. Ob in Martins Bar künftig auch Retro-Clubs oder House Sessions auf dem Programm stehen, wird sich weisen. Der Trendsetter weiß: Auch James Bond "sagte niemals nie".

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Club-News Krems: Cheers/Nightlife !

Das "Hells Bells"-Geläute was not over yet, und das AC/DC-Konzert am 24. Mai im Ernst Happel-Stadion mit über 50.000 Zuschauern war (nach 40 Minuten) bereits ausverkauft ! Ich als House-, Disco- und Lady Gaga-Fan halte den Sound von Angus Young & Co. für ohrenbetäubenden Lärm - Geschmäcker sind allerdings verschieden, was man an den positiven Reaktionen vieler zum Auftritt der AC/DC-Coverband Thunderballs bei der "Spotlight-Rock-Night" gesehen hat.

 

Ob Hard-Rock-Sound im "Cheers" laufen wird, ist aber mehr als fraglich. "Cheers" ? Das ist dort, wo man dich beim Namen kennt, oder einfacher erklärt die neue Trademark des ehemaligen Salzstein, Arte Novita,... an der Steiner Donaulände. Eröffnet wird dies von keinem geringeren als Spotlight-Veranstalter Martin Neger, und zwar am Freitag, dem 15. Mai. Ein Tag, der übrigens auch in die Geschichte des ehemaligen Cupsiegers KSC eingehen kann. Verliert man das Spiel gegen den Tabellennachbarn Stockerau, dann droht das Damoklesschwert der 2. Landesliga (!!!) und damit der eiskalte Sprung in die sportliche Bedeutungslosigkeit.

 

"Na zdrowie" und nicht "Cheers" sagt man gewöhnlich im Nightlife, wenn Chef Mirek auf ein paar Wodka-Drinks einlädt. Ab sofort gibt es Mittwoch und Donnerstag auch Gratis Pizza für (mindestens) 4 Studenten, wenn diese ihren Abend mit einem Krügerl Bier einläuten. Das Street Cafe im Nightlife ist ab sofort ab 16 Uhr geöffnet, nach dem Sonnendeck gibt es heißen Club-Sound und coole Cocktails ab 3,50 Euro im Main Room.

 

Und am 20. Mai gibt es - parallel zur Saisoneröffnung in San Antonios Fiesta de la Aqua-Disco Es Paradis - die "Ibiza Club Classics Night" mit DJ Oliver. On Video Screen 100 sexy Dance Anthems der La Isla Blanca. Wer zumindest 10 Titel (inkl. Interpret) errät, hat die exklusive Chance, 1 signierte "Ibiza Hot 100"-DVD zu gewinnen. Mail an O.Plischek@ktv-krems.at.

 

Bis dahin: Guten Morgen, Sonnenschein, weck mich auf und komm herein !   

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Ting Tings @ Flex Vienna

"They call me hell, they call me Stacey, they call me her, they call me Jane, that´s not my name". Recht hat sie - her name is Katie White, und gemeinsam mit dem ehemaligen Kunststudenten Jules de Martino bildet sie "THE TING TINGS", deren Name aus der chinesischen Mandarinsprache abgeleitet ist und soviel wie "Listen, Listen" bedeutet.

 

Samstag abend gastierte die durch Club-Events (in einer Mühle Salfords nahe Manchester) und MySpace bekanntgewordene englische Band im Wiener Underground-Club Flex. Der erste Österreich-Gig war seit Wochen ausverkauft und lockte nicht nur Indie- und Studentenpublikum, sondern auch viele Teenager Girls an den Donaukanal. Und Vocalistin Katie, äußerlich und gesanglich eine coole Post-Punk-Reinkarnation von "Blondie" Debbie Harry, war nicht nur für die männliche Fan-Schar ein sexy Eyecatcher. Nach dem Opener "We walk" gestand sie zwar, abgelesen von einem schlichten Zettel, "Mein Deutsch ist scheiße", der Ting Tings-Sound dagegen war Electro-Pop-Power pur von der ersten bis zur letzten Minute des Konzerts.

 

Während Miss White, mit Gitarre "bewaffnet", die Hits ihres Nr.1-Albums "We started nothing" (inkl. "Great DJ", "Be the One" und dem Best UK-Video-Track "Shut up and let me go") präsentierte, sorgte Jules de Martino auf den Drums und dem Piano für tanzbare Sound-Beats. Strictly with "Sunglasses at Night", da er gesundheitliche Probleme mit grellem Licht hat, wodurch Blitzaufnahmen im Auditorium verboten sind. Am Ende des Konzerts stellt er sich aufs DJ-Mischpult und mixt u. a. "Ghostbusters" mit den "99 Luftballons", sozusagen die Ouvertüre für die allerletzte Zugabe, dem Superhit "That´s not my Name", bei dem die Massen restlos ausflippen.

 

Einziges Manko: Die etwas zu kurze Dauer des Konzerts, die aber dem englischen Duo aufgrund der derzeit noch geringen Songauswahl nicht anzulasten ist. Album Nr. 2 wird übrigens gerade in Berlin und Paris eingespielt, der Sound leicht variiert in Richtung Brass Section und Saxophon. Vielleicht bereits bald in heimischen Gefilden hörbar, und zwar beim Frequency in St. Pölten, wo die Ting Tings im August 2009 einer der Headliner sind. Man darf gespannt sein.

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ATV-Promi-Go-Go @ XO-Bar !

Neues Thursday Night-Event in Armin Oswalds Innenstadtlokalen ! "Girls only" in der XO Bar bis 23 Uhr mit Male Go Go und Gratis Prosecco, "Boys only" im Q-Stall mit Female Go Go an der Stange und Free Drinks. Pärchen und die Pink Community dürfen es sich bei Sarah in der neutralen Q-Bar bequem machen.

 

Male Go Go in der XO-Bar beim Probelauf am 30.4. war ein ATV-Promi aus der legendären Nightlife-Doku "Landdiscos". Und zwar Charly Steiner, ein Landwirt aus Guntramsdorf, der im Schweinestall seine ersten Tanzschritte choreographierte und bereits österreichischer Breakdance-Staatsmeisterschafter war. Im Dorf wird er teils noch immer milde belächelt und als "Schwuler" gebrandmarkt, kommt es doch vor, dass er im Dancing-Outfit nach einem Disco-Auftritt im Morgengrauen den Acker pflügt.

 

Trotzdem - im Vergleich zu den Millennium-Exzessen rund um die Doorman-Legende Michael Salzer und den im Auto schlafenden Christian Gschwantner ("Die Gäste sind verschwunden, der Inhaber auch. Es geht eine ganz normale Nacht zu Ende.") wirkt der sympathische Tänzer wie ein Biedermann. Und zwar ohne Brandstifter.

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Donaufestival Krems 2009: Girl Monster Night!

"It´s a Man´s World" sinnierte Soul-Legende James Brown in einem seiner populärsten Songs. Beim Donaufestival in Krems war es Saturday Night aber anders - das Samstag-Programm stand unter dem Motto "Girl Monster Night" ganz im Zeichen der (schrägen) Frauen.

 

"Who am I to feel so free" stand auf einem Banner über den Köpfen der - aus der New Yorker Electro-Band Le Tigre- entstandenen Combo "MEN". Im Mittelpunkt die bei Peaches in die Schule gegangene Vocalistin JD Samson, die man mit Schnurrbart und kurzen Hosen auch für einen Mann halten könnte. Also strictly androgyn. Die Message eindeutig: "Take off your shirt" - die Hüllen fielen zwar noch nicht, die Hemmungen (nach Einnahme mancher Substanzen) zunehmends.

 

Schick und zurückhaltender die Pariser Indie-Band Koko von Napoo, deren Name einer berüchtigten Manchester Gang aus den 20ern entstammt. Französisch klingt auch dann verführerisch, wenn man Vanessa Paradis mit Electro-Wave-Sound unterlegt, vor allem dann, wenn die Drummerin ein progressives Bangles-Blondie-Look-a-Like darstellt. Seltsam dagegen anmutend das Londoner Noise Art-Projekt "Prick your Finger", bei dem die Strickerinnen Rachael Matthews und Louise Harries mittels Kassettenbändern und Webstühlen unorthodoxe Geräusche erzeugen.

 

"Fuck dat Shit"-Atmosphere beim Top-Act des Abends: Shunda K und Jwl B alias Yo ! Majesty aus Florida, Ikonen des Lesbian Hip Hop, betreten die Bühne und sorgen für ein explosives Rap-Feuerwerk in der ansonsten von Fetenhits und Dance-Kommerz sanft gestreichelten Österreich-Halle. In der Hitze des musikalischen Gefechts schmeißt eine der beiden Rapperinnen ihr Shirt in die Roadie-Ecke und präsentiert ihre üppigen Rundungen dem verblüfften, aber begeisterten Auditorium. Sensationell Mixmaster-DJ Cooks, der mit Old Street Hip Hop, "Push it", "Pump up the Jam" und "Roxanne" nicht nur die Yo ! Majesty - Girls in Fahrt bringt. Nach diesem Turbo Speed-Auftritt der US-Ladies ging es nicht nur mit den BPM´s bergab - Kurt Cobains Lieblingsband "Raincoasts" war mehr Folk als Neo-Punk, und das mit Spannung erwartete "Girl Monster Orchestra" um 1 Uhr Mitternacht, bei der in Form von Video-Performances auch masturbierende Frauen und Doppel-Penetrationen (in Bleistiftzeichnung ?!) vorgeführt wurden, begeisterte vorwiegend die stark vertretene Lesbian Community urbaner Metropolen. Faszinierend war die "Girl Monster Night" trotzdem.

 

Anm.:  FM4-Reporter Martin Blumenau ist kein Kremser - er entdeckte aber bereits nach dem 1.Tag, dass die einzigen Einheimischen beim Donaufestival 2009 (mit wenigen Ausnahmen) in der Gastro tätig sind ("unter den Besuchern nur 3 Fahrräder"), wobei ich als Kremser q.e.d. da nur zustimmen kann. Seine Diktion: Das Donaufestival ist ein UFO, das einmal im Jahr landet und ein paar forschende Individuen mitbringt. Zum Festivalort Krems besteht eine unsichtbare Sperre, die de facto nicht durchbrochen wird. Ebenso sonderbar das antiquierte Ausschank-System der ÖH-Gastronomie - Bestellen, Trinken und sich dann die 2 (!) Euro Pfand pro Flasche und Becher zurückholen. Laut Blumenau wie in der DDR-Hochblüte des Kommunismus. Dem ist nichts hinzuzufügen.

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Donaufestival 2009 - "Fake Realities" - Psychedelic Night !

"Fake Realities" - so das Motto des 5. Donaufestivals in Krems. Programmatische Basis des schrägen Events ist auch ein Zitat des deutschen Bundeskanzlers Helmut Kohl "Die Wirklichkeit ist leider anders als die Realität". In diesem Sinne wurde vor der Österreichhalle ein Slum-Dorf errichtet, in der Künstler aus Kenia das afrikanische Alltagsleben in die Donaumetropole projizieren und in Interaktion mit den Besuchern des Festivals treten. Ob in einem echten Slum "Paper Planes"-Rhymes erklingen und deren Bewohner ekstatisch ins Glück tanzen, bleibt nicht nur dahingestellt, sondern soll den Besucher zu selbstreflektiertem Denken anregen. Was ist Fake ? Was ist Reality ? Ebenso wie die ästhetisch brillanten dreidimensionalen Videoinstallationen der russischen Künstlergruppe AES&F, in der sich leicht bekleidete Teenager vor einer Märchenlandschaft die Kehlen durchschneiden, ohne sich zu verletzen.

 

Musikalisch stand das Donaufestival am Donnerstag im Zeichen von Psychedelic - der französische Sound-Elektroniker Romain Turzi fabrizierte - umringt von Synthesizern - "roboter-artigen"-Kraftwerk-Sound. Zombie Zombie elektrisierten die Massen mit Minimal-Electro-Beats, unterbrochen durch "Lost"-Time Warps. In der Halle 1 purer, unerträglicher Experimental-Lärm von Black Dice und die Butthole Surfers, der Highlight des Abends. 1981 gegründet, dürfte diese Noise Rock-Fraktion aus Texas musikalisches Vorbild für Bands wie Oasis, Soup Dragons, Nickelback oder die jungen R.E.M. gewesen sein. Der Mitternachts-Gig vor gefüllter Location war auf jeden Fall mitreißend und kraftvoll.

 

Ein Großteil der Besucher, wenn nicht fast alle, stammte übrigens - wie üblich - nicht aus der Kremser Umgebung. Macht man daher eine professionelle Analyse über das Einzugsgebiet der Zuschauer, so wird es das Donaufestival wohl nicht mehr lange in Krems geben. Ein Künstler aus Kenia brachte es unbewusst auf den Punkt: "Im Vergleich zum Slum ist es hier so leise." Wer unter der Woche mal in Krems unterwegs war, der kann dazu nur bitter lächeln. Szene-Gastronomen oder Event-Veranstaltern vergeht dabei aber das Lachen.

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XO Bar beliebtestes Lokal von Krems!

Frühlingserwachen in der Kremser Szene ! Die Tage werden wärmer, die Nächte dauern länger, und meist blickt man bei Verlassen des Clubs mit bleichem Gesicht in gleißendes Sonnenlicht. Ein Schicksal, das auch einigen Star Night Club-Besuchern nach der Spring Break-Party letzten Samstag blühte. Verbunden mit der bitteren Erkenntnis, wie desolat die Österreich-Hallen im ungeschminkten Zustand im Morgengrauen aussehen. Hier besteht echter Handlungsbedarf für die 28.000-Einwohner Stadt Krems in Richtung Veranstaltungszentrum. Im Top-Zustand dagegen Alex Lengauers Und-Lounge, in der sich von Donnerstag bis Samstag Kremser Szene-People, IMC-Studenten und Dance Fetischisten die Klinke in die Hand geben.

 

In den Morning Hours stets mit einschlägiger Paul Prinz-XO-Lederjacke vertreten: Armin Oswald, dessen XO-Bar von Jugendlichen im Rahmen einer Umfrage des Molto-Magazins zum beliebtesten Lokal (73 %) gewählt wurde. Geschätzt wird vor allem die Cocktail-Night am Mittwoch. Verwunderlich der 2. Platz (Irish Pub mit 55 %), auf Platz 3 das Avalon mit 32 %, das Mitte April einen neuen Pächter bekommt.

 

Wie repräsentativ die Umfrage ist, bleibt aber dahingestellt. Einige Lokale wie das Nightlife oder das Il Vaticano fehlen in der Liste vollkommen, weit abgeschlagen die Teenager-Hochburgen Amadeus (23 %) und Q-Stall (14 %). Die "Bar" am Pfarrplatz ist nicht nur rauch-, sondern auch jugendfrei (0 %). Vertreten in der Statistik auch das trotz populärer Guest-DJ´s unter Besuchermangel leidende "G" (23 %), obwohl dort Jugendliche gar keinen Zutritt haben. Rein rechtlich ist man Jugendlicher bis zum 18. Lebensjahr, de facto wohl ewig. Was die Molto-Umfrage unter dem Begriff "Jugendlicher" versteht, bleibt ein Rätsel. Nevermind, Hauptsache "The Party goes on".

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Clubbing-Szene Krems - Something To Look For !

Dominic Heinzl, Moderator der Miss-Austria-Wahl 2009, spricht in "Hi Society" gerne spöttisch über die "Welt der Schönen und Reichen". In Krems waren sie das letzte Party-Weekend zumindest schön. Im G präsentierte die Ex-Berliner Djane ("Hafenbar") und "The Dome"-Moderatorin Anastasia im Red Dress coole House- und Electro-Mixes von Tom Novy, Fedde le Grand bis hin zu Eric Prydz und den Disco Boys. Leider nur vor spärlicher Kulisse.

 

Düsten die Girls womöglich lieber in die Und-Lounge, wo die "Blue Revolution"-Boys beim "Blue Friday" ihre muskelbepackten Körper enthüllten ? Donnerstags beim "Students Club" war dort auch Miss Niederösterreich-Kandidatin Sarah W. in den frühen Morgenstunden anwesend. Bei der Miss Austria-Wahl 2009 dagegen nicht mehr - dort gewann die 21jährige Anna Hammel aus Oberösterreich. Keine schlechte Wahl, die die Jury-Mitglieder Gitta Saxx, Richie Lugner, Rogan-Babe Christine Reiler und Starfotograf Manfred Baumann getroffen haben.

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Phänomen Strache - Buch von ORF-Moderatorin Reiterer sorgt für Aufregung !

"Ich glaube, eine Wiedervereinigung wird es erst geben, wenn der Strache oder ich nicht mehr sind" - so Jörg Haider 8 Tage vor seinem Tod in einem persönlichen Gespräch mit der ORF-Moderatorin Claudia Reiterer und der Falter-Journalistin Nina Horaczek. Und nicht der einzige Aufreger im hochspannenden, nicht autorisierten HC-Strache Buch "Sein Aufstieg. Seine Hintermänner. Seine Feinde".

 

40 Personen aus dem politischen und persönlichen Umkreis des umstritten schillernden FPÖ-Bundesparteiobmann aus Wien-Landstraße wurden von den Neo-Autoren befragt, das Resultat ein Mosaik seiner Lebensgeschichte, die gleichzeitig "Lerngeschichte" ist. Aufgewachsen ohne Vater und im Internat mit Spitznamen "Bumsti", rechts beeinflusst durch seltsame Kebab-Gerüchte in der City Wiens, gelernter Zahntechniker mit Studienberechtigungsprüfung, Anfang 20 begeisterter Gotcha-Player im Tarnanzug. Damals war auf einer "Paintball-Übung" auch VAPO- und Kameradschaft Langenlois-Führer Gottfried Küssel ("Mein Ziel ist die Zulassung der NSDAP als Wahlpartei"), später zu 5 Jahren Gefängnis wegen Wiederbetätigung verurteilt, anwesend - der war ihm aber nicht geheuer, und so sei er heimgefahren.

 

Idol, nicht so sehr Ziehvater, seiner politischen Karriere wurde Jörg Haider, den er 2005 nach der FPÖ-BZÖ-Spaltung beerbte. Die Wortwahl der rechtsnationalen Partei wurde ausgeklügelter ("inländerfreundlich" statt "ausländerfeindlich"), die Wahlerfolge nach dem Overkill in Knittelfeld wieder größer. Trotz versuchter schwerer Nötigung durch Vorlage von Military-Fotos aus der Vergangenheit seitens Ewald Stadler erreichte Strache als Spitzenkandidat bei der vorverlegten Nationalratswahl 2008 17,5 % der Stimmen und damit wieder den dritten Platz.

 

Laut einer neuen Wahlumfrage ist Straches FPÖ bei den 16-29jährigen mit 31 % stärkste Partei, klar vor den rot-schwarzen Proporzparteien, die bei nur 18 % herumgrundeln. Auch bei den EU-Wahlen und vor allem bei den Wiener Gemeinderatswahlen wird Strache weiter zulegen - die Young Generation findet den Feschak, mit den stahlblauen Augen und den knallharten (inhaltlich nicht unrichtigen) Sprüchen, cool & straight, im Gegensatz zu Faymann, Pröll & Co., die in der Disco wie "Außerirdische" wirken. Man würde HC den Success viel mehr gönnen, würde er sich von ewiggestrigen, nationalen Recken und Burschenschaftern eindeutig abgrenzen. Derzeit scheint dies aber eher unrealistisch.

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Matthias Horx - Zukunftsoptimismus ?!?

Wir schreiben 2009, im Trend der Party-Nächte liegt glamouröser Electro Pop a la Lady Gaga und La Roux. Einer, der Trends erkennt und sie damit indirekt auch prägt, ist der deutsche Trendforscher und Managementberater Matthias Horx, der in Claudia Stöckls Ö3-Talk "Frühstück bei mir" teils gewagte Thesen aus seinem neuen Buch "Anleitung zum Zweckoptimismus" von sich gab.

 

Die Wirtschaftskrise sei ein normaler Reinigungsprozess, der Mensch solle mit der Angst umgehen lernen und sich nicht von falschen Ansprüchen wie einer permanenten Sicherheit im Leben blenden lassen. Sitzt der ehemalige Kommunen-Bewohner hier außerhalb des Glashauses und sieht das blutige Scherbenmeer der Arbeitslosen und der Geldschuldner nicht ? Der Rat an Karrieristen der Zukunft: Die Suche nach der Antwort auf Fragen wie "Wer bist du ?" oder "Was macht dir Spaß ?". Na ja, Fun, Love & Money, was sonst ?

 

Treffender, aber auch für einen "unwissenden" Nicht-Trendforscher nachvollziehbar, die zukünftigen Berufshypes: Wellnessberater, Gesundheitstrainer, "elektronischer Hausmeister" oder "Wissensnavigator". Das Social Networking wird weiter grassieren, allerdings nicht auf langweiligem und sinnlosem Facebook-Niveau. Der Fernseher wird zum Auslaufmodell und in "Zukunftshäusern" durch Touch-Screen-Bildschirme ersetzt, auch für das Handy gilt der kongeniale Slogan "Funktionen bleiben, Körper verschwinden" oder der Boom der Universalgeräte.

 

Und wie sieht es in der Liebe aus ? Der Single stirbt nicht aus und irrt weiterhin, solange er strebt. Und nach 10 in die Brüche gegangenen "ernsthaften Lebenspartnerschaften" steigt die Wahrscheinlichkeit enorm, seinen Lebensmenschen zu treffen, mit dem man dann sein persönliches Glück findet. Aber Achtung ! Bitte nicht verzählen ! Paris Hilton bleibt nicht ewig frei !

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Commentary: Fritzl Nation Austria !

Hochspannung in den österreichischen Gerichtssälen einen Tag vor Frühlingsbeginn - 2 der heimtückischsten Verbrechen aller Zeiten in der Alpenrepublik endeten mit einem rechtskräftigen Schuldspruch. Im Fall Hirtzberger wurde die Strafe des Heurigenwirtes Helmut Osberger vom OGH wegen Mordes von 20 Jahre auf Lebenslang erhöht. Fraglich allerdings ist, ob man beim Indizienprozess wirklich den richtigen Täter erwischt hat oder ob es sich um einen Justizirrtum wie beim Salzburger Taximord handelt. Verteidiger Rast plant mit neuen Fakten (die beim Berufungsverfahren aufgrund der Rechtslage nicht verwendet werden durften) eine Wiederaufnahme des Verfahrens. Die sonderbare Nichtuntersuchung weiterer DNA-Spuren auf der Grußkarte und andere mögliche Tathergänge (wie einer Vergiftung durch Kaffee) werfen auch tatsächlich Rätsel auf.

 

Lebenslang für das Inzest-Monster Josef Fritzl in St. Pölten. Sicher auch durch Druck der Bevölkerung, denn Mord (durch Unterlassung) und Sklavenhandel waren formalrechtlich nicht erfüllt. Eindeutig allerdings die anderen Schuldpunkte (die 15 Jahre Haft bedeutet hätten) und die Einweisung in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher. Vermutlich wird Fritzl in die Justizanstalt Mittersteig eingeliefert, Tennisplatz, Fitnessstudio, Billardcenter und Riesenbibliothek inklusive - ein schöner Lebensabend für einen "Menschen", der seine Tochter 24 Jahre lang eingesperrt, gequält und vergewaltigt hat. Justiz-Wellness für einen der größten Verbrecher Österreichs ?

 

Das Land Niederösterreich auf jeden Fall steht zurecht vor einem gigantischen Imageschaden - nach den Fällen Luca und Natascha Kampusch wird durch Geheimjustiz unter Ausschluss der Öffentlichkeit, einem viel zu hastig durchgezogenen Beweisverfahren und fehlender Ermittlungsinitiative ein Behördenversagen im Super-Gau-Ausmaß vertuscht. Eine Story, wonach eine Tochter sich einer Sekte anschließt und die Kinder vor der Türschwelle aussetzt, nimmt man nicht einmal einem CSI-Hollywood-Drehbuchautor ab. Auch der ORF beteiligte sich - auf politischen Befehl hin (?) - an der vermeintlichen Reinwaschung Österreichs. Die Berichterstattung vom Prozess war mehr als spärlich - der deutsche (!) Sender NTV ubertrug - mit ORF-Bildern (!!!) - live alle Pressekonferenzen und die Urteilsverkündung (während im Staatsfunk Walt Disney und "Tessa-Ein Leben für die Liebe" liefen.) Zahlreiche ausländische Medien schütteten Hohn über das kleinpatriarchalische Ex-Naziland Österreich. "Bruno", der schwule, österreichische Mode- und Lifestyle-Reporter aus der "Borat"-Factory, wird bei dieser aktuellen Lage ab 11.Juli in den Kinos sogar für eine positive Imagekorrektur Österreichs sorgen.

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DJ Ronaldo @ G-Krems

Jugendfreund DJ Ronaldo, derzeit Resident-DJ in der Wiener Passage, kehrte für einen Tag in seine Heimatstadt Krems zurück. Grund: Ein Club-Gig in der Diskothek G im Gewerbepark. Supportet von der quirligen Djane Dominique Jardin, ebenfalls eine Original-Wachauerin, präsentierte der renommierte House-Mixmaster neben raren Underground-Electro-Tracks Club Classics von Darude, Energy 52, Fragma oder David Guetta. Und Guru Joshs Rave-Perle "Infinity", das er bereits zu Mao-Zeiten im Original auf und ab spielte.

 

Der Unterschied zu seinen Auftritten in der Bundeshauptstadt - der Besucherandrang war im Gegensatz zu den Wiener Dance-Locations eher spärlich. Was aber nicht an seinem (guten) Image oder seiner Sound-Auswahl lag. Die Kremser Diskothek G funktioniert trotz Top-Marketing, elitärem Ambiente und spannender Show-Acts (wie zuletzt der "Delirious"-Sängerin Tara Mc Donald, Inpetto oder Tom Snow) sehr mäßig - Gerüchten sprechen sogar von einem baldigen Verkauf. Vielleicht sollte man eine U-Bahn von der IMC-Hochburg "Kolpingheim" bauen oder die einheimischen Kremser "Party People" endlich aus ihrem unverdienten Dornröschenschlaf wecken. Oder sich mit einem bitteren Beigeschmack eingestehen, dass das spießige Krems keine coole House-Diskothek verdient hat.

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Tempo Fiesta @ Und Lounge

"Ich gehe gewöhnlich nachts um 3 raus, um irgendetwas Verrücktes zu tun" - die neue Werbung von Swatch drückt kongenial das Lebensmotto der jungen Spanierinnen aus, die - wie in ihrer wunderschönen Heimat - auch in Krems die Nacht zum Tag machen und bis in den Morgengrauen abfeierten. "Tempo Fiesta" war am Donnerstag angesagt beim wöchentlichen Students Club in Alex Lengauers Und-Lounge, wo meine Wenigkeit für einen glamourösen Sound-Cocktail aus House, R&B und Party Classics sorgte und die Senoritas Heineken kippten und Limbo tanzten.

 

Das Kloster Und wurde übrigens vom St. Pöltner Unternehmer Christian Guzy renoviert und mit modernster Veranstaltungstechnik ausgestattet. Die Relaunch-Opening-Party gibt es heute - mit 800 geladenen Gästen, Hektiker Florian Scheuba und 2 Modeschauen.

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Facebook - The End of Communication ?

In England wurde eine 16jährige von ihrem Arbeitgeber fristlos entlassen, weil sie ihren Job als "langweilig" bezeichnete. Fußballstar Alessandro del Piero wird mit Nazi-Propaganda in Verbindung gebracht. Chelsy Davy trennte sich von Prince Harry, indem sie ihren Beziehungsstatus auf "Single" änderte. Na und ? Sind doch alles ganz normale Gossip-Stories, die man jeden Tag in der "Bild" oder in der "Sun" zu lesen bekommt. Allerdings mit einem gewaltigen Unterschied - die Ursache dieser Klatschgeschichten stammt nicht aus dem Real Life, sondern aus der Virtual Reality, nämlich aus dem populärsten sozialen Netzwerk "Facebook". Unemployed wegen einer harmlosen Message auf der Pinwand, Nazi-Sympathisant wegen eines gefälschten Profils und ein Liebes-Aus nicht nach einem heftigen Streit oder einem persönlichen SMS (das wäre ja altmodisch), nein - durch einen einfachen Mausklick auf "Single".

 

Is this the world we created ? Führt die technisch grenzenlos gewordene Kommunikation auf unserer Weltkugel zu einer persönlichen Kokonisierung in einem klebrigen, virtuellen Spinnennetz, aus dem es kein Entrinnen mehr gibt ? Gruscheln (das Wort ist übrigens patentrechtlich geschützt) statt Kuscheln, Vortäuschen falscher Tatsachen als Imagetestosteron, scheinbarer Austausch von scheinbar echten, persönlichen Befindlichkeiten in Echtzeit, brutale "Wer hat mehr Kontakte"-Competitions, einsame Plauderstunden online statt feucht-fröhliche Bar-Hours offline !

 

Für Marketing-Directors, Event-Planners und Product Managers mögen Facebook und seine Epigonen (wie StudVz) eine Goldgrube per excellence sein, für Privates dagegen ist es das Ende zwischenmenschlicher Kommunikation. Zumindest für die, die mit einer derartigen Communication-Overdose nicht umgehen können. Ich denke, das sind nicht wenige.

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Krems - The Last Blue Revolution !

Red Bull lud zur "Blue Revolution" in die vor allem in der Halle 1 top dekorierten Österreich-Hallen, und die Massen strömten. Im Gegensatz zu den letzten Events in der Donaumetropole, die im ehemaligen Millennium und auf der Prinz Eugen (unter Hosting des Star Night Clubs) mit jeweils einer Sound-Direction stattfanden, wurden Samstag Nacht 3 Floors mit unterschiedlichem Sound und Ambiente aufgeboten.

 

"Music makes the people come together"-Disco-Sound in der Halle 1, dazu die Bars von Alex Lengauer, Martin Neger (auf der Piste im Mickey Rourke-Oscar-Totally-White-Outfit), Armin Oswald und Soundstore-Technik-Mastermind Gerhard Grossauer. In der Halle 2 sorgten die Vienna Calling-DJ´s rund um Tom Snow und DJ Ronaldo mit MC Spot und sexy Military Dancers für housige Atmosphere, coole Cocktails & Heineken-Bier wurden u.a. serviert von der Miss Niederösterreich-Aspirantin Sarah Weninger und XO-Barkeeperin Ines in der VIP-Bar. Bei den "nackten" Bodypainting-Barladies neben dem Dancefloor wurde der schnelle Drink zur langsamen Nebensache. Für die weiblichen Party People gab es muskulöse Studio 54-Boys zum Schnuppern. "Some like it hot", so wie es kongenial auf dem nächtlichen Outfit einer Party-Lady geschrieben war. In der Halle 3 dröhnten Drum´n´Bass, Minimal Techno und die supercoolen Ting Tings unter der "Beatpatrol"-Patronage des Warehouses St. Pölten, wo man sich bereits jetzt auf das Electronic Festival im Juli 2009 freut.

 

Einziger Wermutstropfen einer sensationellen Party-Nacht: der gleichzeitige Einlass von 3000 (!!!!) Party People zwischen 21 Uhr und 23 Uhr wegen einer seltsamen Ticket-Garantierestriktion und der darauffolgende Massenandrang bei der Garderobe. Der Ruf nach einem modernen Veranstaltungszentrum in der Studenten- und Kulturhochburg Krems wird (auch wegen der fehlenden sanitären Anlagen in den Österreich-Hallen) sowieso immer lauter. Dann wird Red Bull, das durch den Salzburg-Sololauf in der Bundesliga auch sportlich auf dem Höhenflug ist, bald wieder in Krems seine Zelte aufschlagen. Allerdings unter einer neuen Trademark. Denn die bisher größte "Blue Revolution" am 28. Februar war gleichzeitig auch die letzte.

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Masquerade Mania - Faschingsdienstag in Krems !

Faschingsdienstag, neben Silvester der zweite Tag, an dem gefeiert wird bis zum Umfallen. Trinken, Tanzen, Flirten ohne Rücksicht auf den guten Ruf und das aalglatte Image. Und das unter dem Deckmantel einer originell-kreativen Maskierung, die manchmal mehr enthüllt als verhüllt. Wer will nicht gerne einmal Sexy Hexy, Mafia-Boss oder Piratin sein und kann diese inneren Triebe leider nur beim Carneval-Ramba Zamba ekstatisch befriedigen ?

 

Angesichts dieser wissenschaftlich nachweisbaren Motive des Maskierungswahns erscheinen die Gewinner des Kremser Faschingsumzugs in eher biederem Gewande - es siegte Elektro Berger im Pumuckl-Outfit vor den Kremser Superadlern (Volksbank) und den Kremser Bank Doktors. Für exzessive Stimmung und laute Beats sorgten ohnehin andere - der Und-Lounge-Truck mit MC Alex Lengauer (der auf dem Pfarrplatz mit der neuen Paris Hilton in Gestalt des über 70jährigen Ex-Messechefs Alfred Göbhart liebäugelte), Christian Gschwantners Trachtenfloor-Truck mit Schlager- und Volksmusik, die "Tschi Tschis" aus dem Gewerbepark (wobei auf dem Jeep-Truck teilweise mehr Party People tanzten als auf manchem "G"-Event) und der Red Bull-Blue Revolution-Truck (incl. Spotlight-Veranstalter Martin Neger mit schwarzer Perücke und einmal nicht in 70er-Glockenhose).

 

Sexy und beweglich die jungen Mädels von der Tanzschule Caterino, esoterisch-avantgardistisch die Kremser Urtrommler, im Party-"Joana"-Rausch wie letztes Jahr die Paintball-Jungs. Unter den zahlreichen Zuschauern befanden sich zudem viele, die ihre Maske auch am nüchternen Aschermittwoch nicht ablegten. Ein bekannter Karikaturist nennt sie "Deix"-Figuren, ein Mallorca-"Fan" auch "Ballermänner".

 

Am besten maskiert war aber DJ Marco, der bis 23 Uhr mit Hölle Hölle & Hol-das Lasso raus-Playbacks auf dem Pfarrplatz eine Apres Ski-Stimmung verbreitete. Er sah zwar aus wie eine Amadeus-Kopie, war aber eigentlich tief im Inneren ein Alfons Haider-Epigone. Man munkelt von einer horrenden Gage von über 1.300 Euro, und das in einer der meistverschuldeten Städte Österreichs. Da darf sogar Wolfgang Petry ungestraft "Wahnsinn" gröhlen.

 

Nach dem Umzug wurde in den Kremser Bars und Clubs weitergefeiert, im Nightlife unter dem kongenialen Motto "Club Masquerade". Der House- und Party-Sound kam von DJ "Negro" Oliver und DJ "Kaiser" Thomas, die coolen Drinks von "Catwoman" Denise und "Ladybird" Christine. Bis in den frühen Morgengrauen vergnügten sich Boxenluder, Latex-Ladies, Jungs aus der Donauhauptstadt, kesse Bienchen und Szene-VIP´s wie DJ Dürnstein (der nächsten Sonntag früh die After-Hour für die Blue Revolution-Party einläutet). Manche Parties enden eben nie. Oder bekommt man manchmal das Ende nicht mehr mit ? Wer weiß das schon.

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Deix wird 60 - Neue Ausstellung im Karikaturmuseum Krems

2 österreichische Persönlichkeiten wurden am 22. Februar 60, der dreifache Formel 1-Weltmeister Niki Lauda und der Karikaturist Manfred Deix. Letzterer feierte sein rundes Jubiläum im Karikaturmuseum Krems mit einer Neukonzeption seiner dort stationierten Dauerausstellung: "Das ist Deix" zeigt nicht nur seine neuesten Geniestreiche rund um das "kongeniale Duo" Faymann/Pröll, Miss Glawischnig oder HC Strache, sondern auch Gusis bereits zur Polit-Geschichte gehörige Umfaller, "Die EU ist an allem schuld"-Cartoons oder die legendären Jörg Haider-Zeichnungen.

 

Dass ihm durch den Unfalltod Haiders der Lieblingsfeind abhandengekommen ist, verhehlt er keineswegs. Auch nicht, dass Österreich sich eigentlich vehement gegen den Einmarsch Adolf Hitlers gewehrt hat. Das allerdings mit einem bitterbösen Unterton. Vielleicht auch ein Revancheakt, wurde der St. Pöltner Gastwirtssohn, der seine ersten Zeichnungen in der Niederösterreichischen Kirchenzeitung veröffentlichte, in Österreich jahrelang verrissen, während er in deutschen Trendmedien wie Spiegel oder Stern die Titelbilder kreierte. Auch am Erfolg der NDW-Formation DÖF (Tauchen/Prokopetz/Humpe) und deren Hit "Codo" war er indirekt beteiligt, gestaltete er doch das Cover des ersten Albums.

 

Im 1. Stock der Ausstellung kann man sich einen Film über das Privatleben von Manfred Deix anschauen, bei der auch seine Frau Marietta, Klaus Eberhartinger von der EAV oder Lukas Resetarits zu Wort kommen. "Ich arbeite, zeichne, rauche, saufe" - ein legendärer Sager von Deix, der bis zu einem alkoholbedingten Zusammenbruch 1995 einen exzessiven Lebenswandel gepflegt hat und auch heute sich gerne noch ein Glaserl genehmigt. Wir haben da nichts dagegen, solange uns der Beach Boy-Fan noch lange erhalten bleibt und uns weiterhin mit derben Deix-Figuren, scharfen Polit-Cartoons und frechen Auftritten versorgt.

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Miss NÖ-Wahl: Siegerin Soprano disqualifiziert

"Blondes have more Fun" - zumindest am Tag danach. Die von der Jury als Siegerin der Miss NÖ-Wahl 2009 gekürte Ordinationsgehilfin Isabella Soprano wurde am Montag nachmittag disqualifiziert. Grund ist nicht ihre Namensgleichheit mit einer amerikanischen Pornodarstellerin, sondern dass sie verheiratet ist. Hat man das vorher nicht gewusst, stillschweigend akzeptiert oder gehofft, es gewinnt ohnehin eine andere ?

 

Sei´s wie sei - neue Miss ist nun die 19jährige Maria Zeilinger, eine blonde Studentin aus dem Yspertal. Die bereits nach dem vermeintlichen 2. Platz selbstbewusste Töne Richtung Miss Austria-Wahl von sich gab. Sie vertritt am 28. März nun Niederösterreich gemeinsam mit der blonden Sales-Managerin Andrea Samek, einer der Publikumsfavoritinnen. Man darf gespannt sein, ob es nach dem Rogan-Schatzi Christine Reiler 2007 bald wieder eine coole Miss aus der ansonsten so biederen niederösterreichischen Provinz geben wird. 

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Miss NÖ-Wahl 2009: Kremser Barlady Sarah im Mittelfeld !

Italians do it better - die neue Miss Niederösterreich 2009, Isabella Soprano, aus dem Bezirk Mödling hat italienische Wurzeln und siegte in einem spannenden Finale bei der Endausscheidung im schicken Veranstaltungszentrum in Waidhofen/Ybbs neben dem altertümlichen Schloss an der Eisenstraße. Die 22jährige dunkelhaarige Ordinationsgehilfin konnte sich mit charmantem Anne Hathaway-Glamour ("Plötzlich Prinzessin") gegen ihre schärfsten Rivalinnen in blond, Maria Zeilinger (19) und der Sales-Managerin Andrea Samek (23), durchsetzen und vertritt neben der Zweitplazierten Niederösterreich bei der Miss Austria-Wahl am 28. März in Kleinhaugsdorf.

 

Die Kremser Vertreterin, Sarah-Jasmin Weninger (22), präsentierte sich bei der Interviewrunde im legeren Jeans-Look und machte Werbung für die XO-Bar-Lounge, von der leider niemand anwesend war (O-Ton Moderator: "Die rühren sich nicht, weil sie vermutlich von der Samstag Nacht noch fertig sind.") Boss Armin Oswald allerdings muss sich warm anziehen, verriet doch Sarah, dass sie vielleicht selbst einmal eine Bar eröffnen will. Dass sie auf schnelle Autos steht, wird man auch bei der in Bälde ausgestrahlten ATV-Reportage sehen, bei der sie mit einem flotten Sportwagen durch die Straßen düst. Mit dem Miss Niederösterreich-Titel kann sich Sarah leider nicht schmücken, allerdings mit einem ansprechenden Platz im Mittelfeld.

 

Schade nur, dass ATV-Verbalgenie Dominic Heinzl die Show nicht moderiert hat (so wie in Wien und in der Steiermark) - Präsentator Jonny Fink, laut eigenen Angaben "von der Geisel der sexuellen Potenz befreit", bewegte sich - ebenso wie ein Teil des Showprogramms (der Saxophonist ausgenommen) - am Rande der Peinlichkeit. In der "prominenten Jury" waren wohl nur die Erotikmalerin Maria Lahr und Zauberer Tony Rei (der laut dem Moderator seit 50 Jahren "echte Jungfrauen" sucht) jedem ein Begriff.

 

Der Name der Siegerin, Isabella Soprano, ist das übrigens auch. Tippt man den Namen in die Suchmaschine Google ein, stößt man auf eine italienisch-amerikanische Pornodarstellerin gleichen Namens. Deren USP "avid pleasure seeker" dürfte dem Manager der neuen Miss Niederösterreich noch einige Schweißtropfen verursachen.

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Krems: Wird XO-Bar-Lady Miss Niederösterreich ?

Hochspannung vor der Miss Niederösterreich-Wahl am Sonntag, dem 15. Februar, in Waidhofen-Ybbs ! Unter den 15 Teilnehmerinnen befindet sich auch die attraktive 22jährige Kremserin Sarah-Jasmin Weninger, die Szene-Insidern und Party People der Donaumetropole Krems auch als coole Bar-Lady von Armin Oswalds XO-Bar-Lounge ein Begriff ist.

 

Die Konkurrenz schläft aber nicht - zur Wahl stehen neben Sarah eine blonde Friseuse , eine Rechtsanwaltsassistentin ebenfalls in blond, eine dunkelhaarige Ordinationshilfe, eine Medizinproduktberaterin, Schülerinnen und Studentinnen und eine blonde Salesmanagerin aus Mödling. Kein schlechtes Omen, stammt von dort doch auch die bisher berühmteste Miss Niederösterreich, Christine Reiler, gleichzeitig Herzdame von Markus Rogan.

 

Die Party-Szene Krems drückt aber natürlich Sarah die Daumen, die sich nächsten Sonntag sowohl in Abendkleidung als auch in Bademode präsentieren wird und vor der strengen Jury auch beim Interview mit Schlagfertigkeit und Witz punkten muss. Was ihr sicherlich gelingen wird.

 

Ergebnisse exklusiv Sonntag Nacht auf dieser Homepage !

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Spotlight - Eighties Reloaded

Am 6. Februar 1998 verunglückte Österreichs einziger Popstar, Falco, bei einem vermutlich durch Drogen und Alkohol ausgelösten Verkehrsunfall in der Dominikanischen Republik tödlich. Grund genug, coole Revival Parties zu feiern. Im Staatsfunk lief der vielfach kritisierte, aber von seinem besten Freund Billy Filanowski (und der hat ihn wirklich gekannt) goutierte Tribute-Film "Verdammt wir leben noch", und nicht nur im U 4, sondern auch in den Österreich-Hallen geigten die Goldfisch.

 

Spotlight-Veranstalter Martin Neger lud zur "Eighties Reloaded"-Party, in der sich neben Pop-, Rock- und New Wave-Sound alles um die ehemalige Nr. 1 der US-Hitparade drehte. Auf den Videowalls floss das Wiener Blut der Schüttikone Nitsch, der von der Falco-Stiftung autorisierte Imitator Michael Patrick Simoner betrat mit Ray Ban und roter Uniformjacke die Showbühne, auf der Nightlife-DJ Christoph nach Mitternacht den Falco-Look-a-like-Wettbewerb für sich entscheiden konnte. Den jungen Römern gehörte die Nacht bis zum Morgen, denn nur die Sonne kennt die Sorgen. Und die kommt früh genug und unerbittlich.

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Nightlife-Promotion - Durch die Nacht in Krems und Stein!

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Schneetreiben in der Kremser Clubbing-Szene !

Life Ball, Fete Blanche, Garden Club, Donauinselfest - überall Schneetreiben trotz heißer Temperaturen und schwitzender Leiber. Und jetzt hat die Snow-Mania auch die Kremser Donaumetropole erreicht. Ein Schelm, wer Böses ahnt und dabei an ein schnelles Naserl mit einem Haserl denkt.

 

Gemeint ist natürlich DJ Tom Snow, der nach der bombastischen Vienna Calling Night im November und dem enttäuschend besuchten Silvester Clubbing im G gestern wieder für volle Tanzflächen in der Kremser Diskothek sorgte. Supportet wurde er von der blonden Resident-Djane Dominique Jardin, die sich wild herumtanzend als MC betätigte. Der Sound: Moderner Electro House im Stil des Londoner Clubs Ministry of Sound und abseits billigem Hands Up-Techno peinlicher Provinztanzschuppen.

 

Auch bei der am 28. 2. stattfindenden Blue Revolution in den Österreichhallen ist Tom Snow mit von der Partie, und zwar auf dem House Floor gemeinsam mit Vienna Calling-Kollege Ronaldo. Außerdem gibt es einen Disco Floor und einen Floor des St. Pöltner Alternativ-Clubs Warehouse. Special-Promotion dazu gibt es beim Kremser Faschingsumzug - mit einem Blue Revolution-Truck. Man darf gespannt sein.

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Students Club @ Und-Lounge

In Wien haben Studentenclubbings Tradition - Bestes Beispiel der legendäre Tuesday Club im U 4 (das gestern von einem Schwelbrand heimgesucht wurde). Krems ist auf dem besten Wege dazu - bis in die frühen Morgenstunden tanzten und feierten beim donnerstäglichen Students Club in der Und-Lounge Studenten, Szene-VIP´s (wie Spotlight Mastermind Martin Neger) und coole Party People der Nacht zum High Energy-Party-Sound von Oliver und Veranstalter Alex Lengauer. Meistgewünschte Platte der langen Nacht: "Just Dance". Wen wunderts ?!

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Politikerbeschimpfung an der Donau Uni Krems!

Die Abgeordneten verdanken sowohl ihr politisches Mandat als auch ihre materielle Existenz der Parteimafia,

der sie dafür das entsprechende Schutzgeld abliefern.

Um dann in jeder Bezügedebatte zu bejammern, dass ihnen ja "netto", also nach Abzug der Parteisteuern ohnehin nicht mehr übrig bleibe als einem durchschnittlichen Handwerker.

 

Das ist ein wenig so, als würde ein neapolitanischer Pizzabäcker sich weigern, Steuern zu zahlen,

wo er doch schon bei der Camorra ein Viertel seines Umsatzes abgeliefert habe.

 

Ein Auszug aus dem von Politikern alter Klasse geächteten und von Systemkritikern vielumjubelten Buches "Politikerbeschimpfung - Das Ende der 2. Republik" von Michael Fleischhacker. Der liberale Presse-Chefredakteur war im Rahmen der Veranstaltungsreihe "Donauwellen" Diskussionsgast an der Donau-Universität Krems, wo er mit der Psychoanalytikern Dr. Rotraud Perner und interessierten Zuhörern über das korrupte, antiquierte politische System Österreichs philosophierte.

 

"Fischer was not amused", als er vom Erscheinen des Buches hörte. Anscheinend ist die Wahrheit dem Bundespräsidenten nicht zumutbar. Denn Österreich wird regiert von einer Laientruppe aus "Mietervereinigung und Bauernbund" und einer Sozialpartnerschaft, die schon längst ihre Legitimation verloren hat. Junge, innovative Quereinsteiger können sich in den Parteien nicht etablieren und wenn, dann geraten sie in ein Abhängigkeitssystem, aus dem sie nur durch einen Rückzug aus der Politik wieder entrinnen. Der Freiberufler-Anteil ist verschwindend klein, während nahezu 2/3 der Abgeordneten aus geschützten Bereichen wie Kammer, Gewerkschaft, Beamten- und Lehrertum stammen, die für ihre provinzielle, parteiliche (und peinliche) "Ochsentour" zu Dorfbällen, Feuerwehrfestln und Heurigengschnase sogar dienstfreigestellt werden.

 

Fleischhacker plädiert für ein Vorwahlsystem, bei der sich neue Kräfte profilieren können. Eine Methode, die durchaus Sinn hätte, aber bei der Kremser Gemeinderatswahl auch nicht funktioniert hat, da sich beim ÖVP-Vorzugsstimmenwahlkampf ewiggestrige Alt-Bonzen gegen Junggastronomen und Wirtschaftsakademiker durchgesetzt haben. Was aber auch an der fehlenden Attraktivität der ÖVP für Jungwähler liegen könnte. Einer, der auch die Jungen und Selbständigen ansprach, war Jörg Haider, der laut Fleischhacker zu Unrecht von den Intellektuellen des Landes angefeindet wurde, trat er doch offen für eine Veränderung des politischen Systems, gegen Parteienproporz, Privilegien und Freunderlwirtschaft auf.

 

Der für Freiheit und Individualität eintretende Presse-Chefredakteur kritisiert auch den Verfassungsjuristen Heinz Mayer, der gegen ein Mehrheitswahlrecht eintritt, "weil es das Parlament ausheble". Laut Fleischhacker funktioniert das Parlament seit 60 Jahren nicht und sei nur eine Abstimmungsmaschinerie überzahlter Abgeordneter, die widerspruchslos durch Handheben die Vorlagen von Regierung, Bundesministerien und Sozialpartnerschaften beschließen.

 

Bezüglich der Zukunft der Medien äußert sich Fleischhacker skeptisch - der Anzeigenverkauf sei generell um 30 % zurückgegangen, Print-Medien liefern sich einen verschärften Wettbewerb, der durch das Fellner-Blatt "Österreich", wo die "Normalität als Sensation" verkauft werde, ungustiöser geworden sei. "Die Presse" werde sich - neben der in Kürze erscheinenden Sonntagsausgabe - vor allem auf Analysen und Kommentare konzentrieren, die Nachrichten in Echtzeit liefere ohnehin das viel schnellere Internet. Beim ORF sieht Fleischhacker bei den Journalisten dieselbe unerträgliche Form von Partei-Abhängigkeit wie bei Jungpolitikern, die Meinungseinflussnahme sei aber durch das (rundfunkrechtliche) Objektivitätsgebot begrenzt. Trotzdem ein Armutszeugnis für Österreich, wenn es in der heutigen Zeit noch "Pröll-nahe" oder "Faymann-nahe"-Journalisten gibt, die aus diesem Grund für Postenbeförderungen in Frage kommen.

 

Eines ist sich Fleischhacker sicher - eine Veränderung des politischen Systems könne es nur "von innen" geben, Visionäre und Idealisten könnten ja bis dahin "im Journalismus überwintern". Ob es eine Fortsetzung der "Politikerbeschimpfung" (oder gar eine "Medienbeschimpfung") geben werde, lässt der Presse-Chefredakteur offen. Material gäbe es zur Genüge.

 

Anm.:  Bei der Veranstaltung waren keine einzigen bekannten Journalisten oder Politiker der Kremser Region anwesend. Sie haben gewusst, warum.

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Birthday-Party in der Arena Wien - FM4 wird 14

1995 wurde in Österreich aufgrund der Abschaffung des Rundfunkmonopols ein neuer Sender gegründet: FM4 als junge, intelligente Alternative zum Mainstream-Formatradio Ö3. Als erste Musiknummer ging am 16.1. 1995 "Sabotage" der Beastie Boys on Air. In der Wiener Arena wurde am 24.1. das nunmehr 14. Geburtstagsfest des Senders, der neben heimischer Underground-Musik auch die "Salon Helga"-Comedians Stermann & Grissemann bekanntgemacht hat, gefeiert.

 

Jene, die die begehrten Tickets ergattern konnten (die Birthday Party war bereits nach 2 Tagen ausverkauft), mussten sich warm anziehen. Die Main Stage, umnebelt durch Trockeneis, befand sich nämlich traditionell im glirrend kalten Freien. Musikalischer Opener war Clara Lucia, die Pop-Amadeus-Nachwuchsgewinnerin 2008, mit zarten Melodien a la Cranberries und Amy Mc Donald.

 

Härter zur Sache ging es bei der Londoner Indie-Rock-Band "The Rakes", deren Sänger Alan Donohoe von Szene-Insidern gerne als "Jarvis Cocker on Speed" beschrieben wird. Bei Songs wie "The World was a Mess, but his Hair was perfect" kein Wunder.

 

Schräg und abgefahren der Auftritt der Electro-Hip Hopper Deichkind aus Hamburg - Trampolinspringer, Müllsack-"Yeah"-Outfits und Schlauchboot-Stage Diving mitten ins tanzende Publikum. 

 

"Wir haben beschlossen, dass wir keine Arschlöcher werden" - so ein Zitat der schottischen Band Franz Ferdinand vor ihrem Karrieredurchbruch zu FM4-Reporter Robert Rotifer. Sic est - 2 Tage vor dem U.K.-Release der neuen CD "Tonight" (mit der genialen Single "Ulysses") begeistern die hippen Brit Popper aus Glasgow als Headliner der (22 Euro billigen) FM4-Party mit schnörkellosem Gitarren-Rock und viel umjubelten Hits wie "Take me Out" (Nr.1 FM4-Charts 2004) und "Do you want to".

 

Bis gegen halb 12 die warm getanzten Fans in die Indoor-Stages und DJ-Rooms düste, wo auch bereits seit Stunden ein Full-Time Programm aufgeboten wurde. Darunter "Schwefelgelb", eine Reinkarnation der "Mussolini"-New Waver DAF, die Rap-Puppen "Puppetmastaz" oder die dänische Rock-Combo "Who Made Who".

 

Ein FM4-Reporter fragte die Party People nach schlechten Witzen - bei meinem Beitrag "Geht der Bürgermeister an der Bar vorbei" dürfte sich der trinkfeste Wiener Bürgermeister Häupl wohl ein Extra-Achterl genehmigt haben.

 

Wir stoßen auch an, und zwar auf ein weiteres innovativ-kreatives Jahr FM4 und auf das 15. Geburtstagsfest im Jänner 2010. Und auf einen weiteren heißen Tanz in bitterer Kälte.

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Kesselhaus Krems: Eine kleine Horror-Revue

1. Top-Event 2009 im Kesselhaus des Kremser Campus-Areals. Unter der Trademark "Cinezone" (hosted by Avalon, dem Kremser Indie-Club) wurde ein attraktives Austro-Package aus Film und Live-Act präsentiert.

 

Um 20 Uhr lief das Sequel des erfolgreichsten österreichischen Films 2006, "In 3 Tagen bist du tot 2", wieder mit der talentierten Sabrina Reiter als Nina, die die 1. Horror-Episode des Low-Budget-Streifens von Andreas Prochaska überlebt hat. Nach einer feuchtfröhlichen Dancing Night im Wiener Szeneclub Flex bekommt sie per Handy Hilfe-Rufe ihrer Freundin Mona. Sie begibt sich daraufhin in die Tiroler Berge, um sie zu suchen, und gerät auf einer Almhütte an eine "schräge Familie", die mehr als nur Leichen im Keller hat. Dass der Titel mit dem Film nur mehr wenig zu tun hat, stört nicht. Der Einwurf einiger Ecstasy-Tabletten (durch die Hauptfigur) würde die Glaubwürdigkeit der Story aber um ein Vielfaches erhöhen. Nichtsdestotrotz: Die Fortsetzung ist blutig, spannend und um einiges trashiger als der auch in Deutschland erfolgreiche 1. Teil. Cooles österreiches Kino.

 

Noch skurriler als der Film dann der Live-Act direkt neben der Filmbar - die FM4-Favourites "Tanz Baby" aus dem Burgenland (die mit "Ich bin traurig" Platz 1 der FM4-Charts im November belegten), präsentieren live ihr 1. Album "Liebe". Sänger und Entertainer David Kleinl mit Anzug, roter Rose im Knopfloch und Gel im Haar als Mixtur aus Comedian Harmonists, Roy Black und NDW-Andreas Dorau, dazu Experimentalmusiker Kristian Musser als Heimorgel-, Schlagzeug- und Okulele-Soundsupport. Eingehüllt in eine schwülstig-rote Bühnenaura tönen banal-minimale Schlager-Texte a la "Ich bin traurig, und irgendwie schon den ganzen Tag nicht gut drauf. Mir fliegt die Welt heut um die Ohren, und das Leben nimmt so seinen Lauf."

 

Tanz Baby, die auch Balkan-Beats in ihren Sound einfließen lassen, spielten auch schon in Moskauer Clubs (siehe YouTube) und in einschlägigen Wiener Etablissements (wie dem Queens Club) - die Message "Die Liebe wird für immer sein, für immer wird die Liebe sein" passt hier wie dort. Sound und Vocals werden nach einigen Songs aber zuviel des Guten - das könnte sich aber nach der Konzeption weiterer innovativer Lieder ändern. Bis dahin höre ich in meinem Ohre rauschen "Jetzt fahre ich ans Meer, finde mein Glück und komme nie mehr zurück."

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Rocky Horror Picture Show @ MQ Wien

1973 hatte die "Rocky Horror Picture Show" des Schöpfers George O´Brien als Musical in London Premiere, 1975 wurde der dazugehörige Film (u.a. mit Tim Curry, Susan Sarandon und Meat Loaf) als "Midnight Movie" zum Kult-Film. Im Wiener Museumsquartier sorgt derzeit eine neue Version des britischen Regisseur Sam Buntrock für ausverkaufte Hallen. Freundin Anita und ich waren am Dreikönigstag live dabei.

 

Und Tatsache ist: Die britische Crew braucht sich vor den 70er-Originalen nicht verstecken. Als blonder (und nicht schwarz gelockter) "Sweet Transvestite" Dr. Frank´n´Furter glänzt der bekennende Freddie Mercuty-Fan Rob Morton-Fowler mit Strapsen, Mieder und animalischer Gestik. Den "Rocky Horror"-Klassiker "Time Warp" animiert Riff Raff-Darsteller Stuart Matthew Price inmitten von sexy Girls. Wie im Film verrucht und (damals) skandalös die Szene, als der transsexuelle Frank´n´Furter das spießige Pärchen Brad und Janet täuscht und separat voneinander verführt.

 

Sound und Live-Band im Hintergrund der zweistöckigen Bühne waren erstklassig. Farbenprächtige Choreographien vor dem pinken Vorhang erinnerten frappant an die schwülstigen Scissor Sisters. Hardcore-Fans legten sich Fan-Packages mit Leuchtstäben, Spritzpistolen, Klopapier und Konfettis zu und supporteten einschlägige Szenen der Show.

 

Als Erzähler fungierte ein alter Bekannter - Alexander Goebel, der 1984 (neben Erich Schleyer) den Riff Raff spielte und am Schluss der Show so wie einst mit Strapsen einmarschierte. Und dann mit der gesamten Crew und unter tosendem Applaus und Dancing Ovations noch einmal "Let´s do the Time Warp again" intonierte.

 

Wer sich in die Trash-Vergangenheit der 70er zurückversetzen will und von den verbotenen Früchten Transsylvaniens naschen will, der kann sich freuen. Aufgrund des großen Erfolges der "Rocky Horror Show" gibt es Zusatztermine im April und Mai. Rechtzeitig Karten sichern.

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Jim Morrison lebt - The Doors Experience auf Arte

"Jim Morrison lebt" - so der Titel einer Arte-Dokumentation Samstag Nacht. Im Mittelpunkt eine Band mit Wurzeln aus Krems - THE DOORS EXPERIENCE.

 

Und Tatsache ist: Der charismatische Frontmann Jason "Jim" Boiler und seine Bandkollegen, die bereits vor vielen Jahren im Jazzkeller und Avalon das Kremser Publikum mit "Break on through", "Light my Fire" und dem Dreigroschenoper-Burner "Alabama Song" begeisterten, touren mittlerweise durch ganz Europa, um die Legende des am 3. Juli 1971 verstorbenen "Lizard Kings" aufrechtzuerhalten.

 

Der Original-Jim wird sich voller Sehnsucht nach den wilden Flower-Power-Sixties sehnen, wenn er die verschwitzten, lüsternen Mädels "Take off your Shirt" nach dem "New" Jim schreien hört. Hoffentlich gibt es bald wieder einen Auftritt in der Donaumetropole - das würde auch die vielen internationalen IMC-Studenten freuen.

 

Ausstrahlung der Dokumentation: 5. Jänner, 10.55, Arte.